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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Super-Wahlbeteiligung in der Bleihütte

23.03.2010

FRIEDRICH-AUGUST-HüTTE Klaus Fruhner bleibt Vorsitzender des Betriebsrats der Weser-Metall GmbH. Der 57-Jährige wurde nach den Betriebsratswahlen für vier weitere Jahre in seiner Position bestätigt. Stellvertretender Vorsitzender bleibt der 55-jährige Halvard Hampel.

219 stimmen ab

Insgesamt zählt die Bleihütte rund 260 Beschäftigte, von denen 255 wahlberechtigt waren. 219 von ihnen hatten ihre Stimme abgegeben – das ist eine Wahlbeteiligung von annähernd 86 Prozent. „So hoch war die Wahlbeteiligung bei uns noch nie“, sagte Hampel. „Vermutlich haben wir gute Arbeit geleistet.

Zu den wichtigsten Aufgaben in den nächsten vier Jahren zählt die Arbeitnehmervertretung die Schaffung von alternativen Arbeitsplätzen für ältere und gesundheitlich angeschlagene Kollegen, die einerseits die körperlich anstrengende Arbeit nicht mehr schaffen, andererseits aber auch noch nicht in den Ruhestand gehen können. Der Betrieb müsse sich auf die Rente mit 67 einstellen, sagt Klaus Fruhner.

Der älteste Mitarbeiter in der Produktion sei 61 Jahre alt, über 50-Jährige gebe es nur wenige. Doch in den nächsten Jahren werde die Zahl derer wachsen, denen die Schichtarbeit zu schwer wird. Für sie müssten Ersatzarbeitsplätze geschaffen werden – etwa indem an Fremdfirmen vergebene Arbeiten wieder ins Unternehmen geholt werden. Als positives Beispiel nannte Fruhner die Pförtnerei.

Auch einem künftigen Fachkräftemangel müsse abgeholfen werden – durch Ausbildung. Derzeit stelle das Unternehmen jedes Jahr fünf oder sechs Auszubildende ein, das sei eine gute Quote.

Wieder schwarze Zahlen

Im vergangenen Jahr hat die Hütte statt der angepeilten 125 000 nur gut 110 000 Tonnen Blei hergestellt und rote Zahlen geschrieben. Das Unternehmen sei mit einem blauen Auge aus der Krise herausgekommen, sagt Klaus Fruhner. Anders als in den anderen deutschen Betrieben des Recylex-Konzerns habe es in Nordenham keine Kurzarbeit gegeben. Für dieses Jahr ist der Betriebsrat zuversichtlich: In den ersten zwei Monaten seien schwarze Zahlen erwirtschaftet worden. Insgesamt dürften die angepeilten 125 000 Tonnen diesmal erreicht werden.

Die Kundenstruktur ist in den vergangenen Jahren deutlich verbreitert worden. Nahm der Batterie-Hersteller Varta früher rund die Hälfte der Produktion ab, gibt es jetzt viele kleine Abnehmer auf der ganzen Welt, damit keine Abhängigkeiten entstehen. Varta bedauere dies, weil Blei aus FAH als besonders rein gelte.

Sorgen bereiten dem Betriebsrat die künftig geforderten CO²-Zertifikate – Verschmutzungsrechte, die an einer Börse gekauft werden müssen. Das werde zu erheblichen Mehrkosten führen, denn bei der Bleigewinnung im Badschmelzofen wird CO² ausgestoßen. Die Unternehmensleitung arbeitet bereits an Verbesserungen des Produktionsverfahrens, die Kohlendioxid einsparen sollen. Der Betriebsrat kämpft zudem – auch mit den Arbeitgebern – im Arbeitskreis der Nichteisenmetall-Industrien dafür, dass es in Deutschland auch für energieintensive Betriebe eine Zukunft gibt. Unterstützt wird er von den Kollegen der Xstrata Zink GmbH.

hat starken Rückhalt in der Belegschaft. 160 der 219 Wähler stimmten für ihn, auf seinen Stellvertreter Halvard Hampel entfielen 109 Stimmen.

ist neu im Betriebsrat. Er bekam mit 69 Stimmen auf Anhieb das drittbeste Ergebnis. Das dürfte mit seinem Engagement für den Neuaufbau des Vertrauenskörpers der IG Metall nach der Abtrennung der Zinkhütte zu erklären sein. Zweiter Neuling ist Dennis Diekmann, der 54 Stimmen bekam.

wurden Bünyamin Kapakli (65 Stimmen), Jonny Harms (64), Cebrail Demir (61), Jochen Reiners (60) und Ferruh Kaplan (47). Nicht mehr dabei sind Uwe Fenkohl, der nicht wieder kandidierte, und Holger Schomaker.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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