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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

AIRBUS: Tausendfacher Kampf um Arbeitsplätze

17.03.2007

EINSWARDEN /HAMBURG Die Airbus-Band sang bei der Kundgebung erneut ihren Song „Beinhart“. Die Belegschafter mussten gleich eine Zugabe vortragen.

von Thomas Bücher EINSWARDEN/HAMBURG - Mit einem zufriedenen Lächeln lässt sich Michael Eilers in den Sitz des Reisebusses „Nordenham 19“ fallen. Es ist Freitag, kurz nach 13 Uhr. Die Kundgebung gegen das Airbus-Sparpaket „Power 8“ ist vorbei und der Betriebsratsvorsitzende des Einswarder Airbus-Werkes kann sich entspannt zurück lehnen. „Es ist ein gutes Gefühl, dass die Kundgebung so gut gelungen ist“, sagt Eilers. „Wir haben wieder einen wichtigen Punkt in der Auseinandersetzung geschafft.“

Doch für Eilers kein Grund zum Durchatmen. Bereits am nächsten Morgen steht ein Treffen mit einer SPD-Delegation in Varel an. Am Mittwoch berät der Betriebsrat über das weitere Vorgehen. Nächster Punkt auf der Protest-Agenda könnte der Nordenham-Besuch von Christian Wulff Ende März sein. Der Ministerpräsident kommt auf Einladung des Airbus-Deutschland-Chefs Gerhard Puttfarcken nach Nordenham. „Wir haben noch einigen Gesprächsbedarf“, sagt Eilers.

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Ähnlich sehen das auch andere Mitfahrer im Bus 19. Etwa Christel Dwehus. Er arbeitet in der Teilefertigung. Zwar fürchte er nicht konkret um seinen Arbeitsplatz, dennoch sei ihm klar geworden: „Wer nicht kämpft, hat schon gleich verloren.“

Wilfried Koopmann hat Familienangehörige, die bei Airbus arbeiten. Auch er ist für den Verbleib des Werkes im Airbus-Verbund auf die Straße gegangen. Er hofft, „dass das Know-How in Nordenham uns hilft, dass das Werk nicht verkauft oder einem Investor angeboten wird.“

Der verhaltene Optimismus im Bus wird auch getragen von Eindrücken, die die Nordenhamer in Hamburg gewonnen haben. Rund 20 000 Menschen waren in St. Pauli auf den Spielbudenplatz Mitten auf dem Kiez zusammen gekommen und hatten einander ihre Solidarität zugesichert. Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall-Geschäftsstelle Wesermarsch, Martin Schindler, ist sich sicher: „Wir wollten ein Signal setzen, dass wir um alle Standorte und um jeden Arbeitsplatz kämpfen werden – das ist uns heute eindrucksvoll gelungen.“

Auch Ministerpräsident Wulff hat sich bei seinem Auftritt vor den Airbus-Beschäftigten auf der Reeperbahn auf deren Seite geschlagen: Er sehe es nicht ein, dass Arbeiter für die Fehler im Management büßen müssten, hatte er unter dem Beifall der Demonstranten gesagt.

Im Anschluss an die Kundgebung sorgt eine Gruppe Nordenhamer Airbus-Mitarbeiter für ein musikalisches Glanzlicht: Erstmals außerhalb Einswardens singen sie eine umgetextete Version von Torfrocks „Beinhart“. Souverän vortragend begeistern die Protestsinger die 20 000 Demonstranten. Bevor sich die Kundgebung auflöst, fordern die Teilnehmer eine Zugabe. Und so singen die Nordenhamer noch einmal ihren Song: „Beinhart gegen Feuern! Beinhart gegen das Powern. . .“ Frank Grimm, Mitglied der Sangestruppe, kann seine Freude kaum verbergen: „Drei Wochen nach Gründung treten wir vor so einem riesigen Publikum auf – das schafft keine Popgruppe!“

Pünktlich um 16 Uhr hält Bus Nummer 19 vor dem Werkstor in Einswarden. Der Bus leert sich. Michael Eilers geht noch schnell ins Büro, den nächsten Tag vorbereiten. Weitere Berichte Seite 35, Hintergrund und Politik 1

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