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Personalwechsel: Tierheim: Dieser Abschied tut allen weh

18.04.2015

Volkers Rudi Müller, der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, macht kein Geheimnis daraus, dass er Doris Kraft gerne behalten hätte. Seit neun Jahren führt sie Regie im Nordenhamer Tierheim. Aber Ende Juli geht dieses Kapitel für die 55-Jährige zu Ende. „Ich habe diese Arbeit immer mit viel Herzblut gemacht“, sagt Doris Kraft. „Mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke, dass ich hier bald zum letzten Mal die Tür abschließe.“ Aber aufgrund ihrer Lebensumstände kann sie die Einrichtung nicht dauerhaft weiterführen. Deshalb hat sie sich schweren Herzens entschlossen, einen Schlussstrich zu ziehen.

Doris Kraft hatte das Tierheim 2006 gemeinsam mit ihrem Mann übernommen. Aber Horst Kraft ist im Juli 2013 gestorben. Seitdem muss sich Doris Kraft nicht nur um ihre Tochter Laura, sondern auch um die Tierpension in Hoffe und um das Tierheim in Volkers alleine kümmern. Hinzu kommen die Schichten im Kernkraftwerk Unterweser, wo sie für die Versorgung der Wachhunde zuständig ist. Das alles ist ihr nun zu viel geworden, zumal das Tierheim in Volkers von Hoffe aus nicht gerade um die Ecke liegt.

Sie haben mit ihrem Erbe dafür gesorgt, dass es in Nordenham ein Tierheim gibt: Hildegard und Eduard Moyzes

Das Moyzes-Tierheim hat die Stadt Nordenham 1989 in Volkers eingerichtet. Finanziert wird es mit dem Vermögen, das Hildegard und Eduard Moyzes der Stadt vermacht hatten mit der Auflage, ein Tierheim zu betreiben. „Dieses Geld dürfte inzwischen aufgebraucht sein“, sagt der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Rudi Müller. Nach seinen Angaben liegen die laufenden Kosten für das Tierheim bei 40 000 Euro im Jahr. Das Geld wird unter anderem für Tierarztkosten, Futter und die Gebäudeunterhaltung benötigt.

Zurzeit werden im einzigen Tierheim in der Wesermarsch zwei Hunde, neun Katzen und vier Gouldamadinen versorgt. Das Moyzes-Tierheim ist unter Telefon    37875 und 88568 erreichbar. Weitere Informationen und Bilder zum Moyzes-Tierheim finden Interessierte bei Facebook.

Die Stadt Nordenham hat mit der Suche nach einem Nachfolger bereits begonnen. „Wir haben zwölf Bewerber, darunter auch einige viel versprechende Kandidaten mit dem erforderlichen Sachkundenachweis“, sagt der Ordnungsamtsleiter. Rudi Müller weiß, dass die Leitung des Tierheims nicht mehr als ein Nebenerwerb ist. Immerhin besteht die Möglichkeit, dass der oder die Nachfolger von Doris Kraft die Wohnung nutzen, die zu dem Haus an der Deichstraße dazugehört.

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Doris Kraft hat bis heute viel Spaß an dem Job, „auch wenn man dabei 365 Tage im Jahr einsatzbereit sein muss.“ Viele Tiere sind ihr in den vergangenen Jahren ans Herz gewachsen. Zum Beispiel zwei Rottweiler, die so aggressiv waren, dass Rudi Müller sie als „tickende Zeitbomben“ in Erinnerung hat. Zwei Jahre waren die beiden Hunde im Tierheim. Horst und Doris Kraft haben viel mit den Tieren gearbeitet, so dass sie immer zutraulicher wurden. Inzwischen genießen sie ihr Gnadenbrot im Emsland.

Oft landen Katzen im Tierheim, wenn ihre Besitzer ins Altersheim umziehen. „Die Trauer ist auch den Tieren anzusehen“, hat Doris Kraft festgestellt. Hin und wieder ist auch ein Tier in den Besitz der Familie übergegangen. Das gilt zum Beispiel für einen 15 Jahre alten Dackel, den Horst und Doris Kraft bei sich aufgenommen hatten.

Doris Kraft hat noch immer viel Kontakt zu Tierbesitzern, die im Tierheim einen Hund oder eine Katze gefunden haben. Das sind die schönen Erlebnisse, die die Arbeit mit sich bringt. Aber die 55-Jährige kennt auch die Kehrseite der Medaille: Menschen, die ein Tier abgeben wollen, weil es lästig geworden ist. Manchmal werden Tiere einfach vor die Haustier gelegt. Dafür hat auch Rudi Müller kein Verständnis. Ein Tierheim ist schließlich keine Tiervermittlungsstation.


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Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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