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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Landwirtschaft: Trend geht zur Stallhaltung

24.10.2014

Rodenkirchen Milch und Weide lautete das Thema des Milchtages, einer gemeinsamen Veranstaltung der Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland in der Markthalle in Rodenkirchen. Dabei wurde auch die Frage nach der künftigen Milchproduktion gestellt. Denn im Jahre 2025 könnten je nach Standort bis zu 95 Prozent der Milchkühe zu einer ganzjährigen Stallhaltung verdonnert werden.

Grünlandbetriebe

Eine entsprechende Prognose für den nordwestdeutschen Raum servierte die neue Mitarbeiterin des Grünlandzentrums in Ovelgönne, Anne Francksen. Die Koordinatorin für das Weidemilchprogramm Niedersachsen stellte das vom Land geförderte Projekt vor, welches als Zielsetzung hat, Grünlandbetriebe und deren Standorte zu stärken. Die positiven Effekte der Beweidung auf die Umwelt sollen gefördert werden, die verschiedenen Wirtschaftsstile der Milchwirtschaft erhalten bleiben.

Es gebe einen eindeutigen Trend zu mehr Stallhaltung. Bereits jetzt stehe jede zweite Kuh ganzjährig im Stall. Der Verbraucher wünsche sich aber eine Milchkuh mit Weidegang. 73 Prozent der Bevölkerung wünschten sich grasende Kühe auf der Weide, schilderte Anne Francksen die Ergebnisse einer Umfrage.

Für die Weidemilch sei der Verbraucher auch bereit, mehr zu bezahlen, so dass eine Abwendung von der Weidehaltung zu einem Vertrauensbruch führen werde. „Die Weidehaltung stärkt den noch vorhandenen guten Ruf der Milchviehhaltung“, sagte Anne Francksen. Sie fügte hinzu: „Der Landwirt, der von Frühjahr bis Herbst seine Holstein-Kühe auf die Weide stellt, sollte entsprechend entlohnt werden.“

Das Projekt sehe unter anderem vor, ein entsprechendes Label für Weidemilch zu entwerfen, welches in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen geschehen soll.

Wie zur Bestätigung der positiven Effekte einer anteiligen Weidebewirtschaftung legte Jan Hillerns von der Landwirtschaftskammer einige Vergleichszahlen zu Weide- und Schnittnutzung des Grünlandes vor. Über drei Jahre wurden auf vier Weiden in Marsch und Moor/Geest Gras- und Silageproben genommen und Energiewerte ermittelt. Die Zahlen sind eindeutig: eine gemischte Nutzung mit Grasschnitt und Beweidung zeigt relativ konstante Erträge und deutliche Kostenvorteile gegenüber einer reinen Schnittnutzung.

Das Ertragsniveau auf Grünlandstandorten sei gut. Die Grünlandnutzung leiste zudem einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung in der Region. Die Maissilageproduktion auf Marschböden zeige dagegen geringere Erträge bei höheren Kosten.

Über die Systemanalyse Milch (SAM) referierte der Leiter des Grünlandzentrums Dr. Arno Krause. Allein in Niedersachsen lässt beinahe jeder dritte Milchviehbetrieb seine Tiere gar nicht mehr auf die Weide, so dass der Haltungsform im Stall eine immer größere Bedeutung zukommt. Welche Auswirkungen das jeweilige Haltungssystem auf die Tiere, die Umwelt, die Verbraucher und die Geldbörsen der Landwirte hat, das soll nun umfassend mit dem Verbundprojekt Systemanalyse Milch erforscht werden.

Romantisches Bild

In der Bevölkerung herrsche ein sehr stark romantisiertes Bild der Landwirtschaft, von welchem sie sich jedoch immer weiter entferne. Das Projekt SAM solle Antworten auf Fragen nach dem Klima, der Umwelt, dem Verbraucherschutz und der Ökonomie beantworten.

Es ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Praktikern. Hierzu wurden 60 Betriebe ausgesucht. Untersucht werden Eutergesundheit, Weideparasiten, eine Optimierung der Weidewirtschaft, Effekte auf die Milchleistung, Nährstoff- und Energieströme oder die Kommunikation zum Verbraucher.

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