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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Turm lässt Wasser in Häuser sprudeln

19.10.2013

Nordenham Es klingt paradox: Obwohl Nordenham von Wasser umgeben ist, muss das frische Nass von Großenkneten und Feldhausen in die Wesermarsch gepumpt werden. Durch bis zu 90 Kilometer lange Leitungen.

„Aus Sicht des OOWV war Nordenham ein denkbar ungünstiger Standort für die Wasserlieferung“, sagt Lutz Timmermann, Pressesprecher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes, kurz OOWV. Der Verband versorgt knapp eine Million Menschen im Verbandsgebiet mit Wasser.

Einer der Meilensteine in der Geschichte der Wasserversorgung der Stadt ist der Bau des 50 Meter hohen Wasserturms an der Walther-Rathenau-Straße, heute besser bekannt als Rathausturm.

Eine besondere Rolle

Aufgrund seiner geografischen Lage spielte Nordenham in der 65-jährigen Geschichte des Verbandes eine Sonderrolle. Mit dem Ausbau des Leitungsnetzes in den 50er- und 60er-Jahren stieg auch der Wasserverbrauch – und damit nahmen die Probleme zu.

Anfangs hatte der Abgabedruck des Wasserwerkes in Feldhausen gereicht, um die riesigen Mengen durch die Hauptleitung bis nach Nordenham zu fördern.

Der Bau des Rathausturmes im Jahr 1972 war vor allem eine Folge der industriellen Entwicklung Nordenhams, sagt Lutz Timmermann. Zwar hatte es bereits seit 1908 einen Wasserturm an der Kabelstraße, nahe den Norddeutschen Seekabelwerken, gegeben, doch der Druck reichte nicht mehr aus. Mit zunehmender Fördermenge häuften sich die Klagen über einen zu geringen Wasserdruck – sehr zum Ärger der angeschlossenen Haushalte und Wirtschaftsbetriebe.

Wassertürme waren früher auf dem flachen Land notwendig. Sie erfüllten gleich zwei Aufgaben: Sie waren Speicher und Druckerzeuger. Ab einer Höhe von 30 Metern konnten drei Bar Druck im Netz erzeugt werden. So sprudelte das Wasser aus den Leitungen, anstatt zu tröpfeln.

Die Entwicklung der Industrie in Nordenham übertraf in den 60er- und 70er-Jahren alle Erwartungen. Damit sich das Unternehmen Kronos Titan in Blexen niederlassen konnte, musste dringend mehr Wasser herangeschafft werden. Im Juli 1967 hatten der OOWV und der Titan-Konzern in Leverkusen einen Wasserlieferungsvertrag abgeschlossen. Der Versorger verpflichtete sich darin, für das neue Titan-Werk pro Stunde 300 Kubikmeter Wasser in Trinkwasserqualität zu liefern. Spätestens am 1. Mai 1969 sollte mit der Lieferung begonnen werden.

Schlechter Standort

Aus Sicht des Trinkwasserversorgers gab es für die Ansiedlung eines wasserintensiven Betriebes kaum einen schlechteren Standort als Blexen. Die Titan-Gesellschaft erklärte sich schließlich bereit, die Baukosten für eine neue Leitung zu finanzieren – über den Wasserpreis. Für mehr als 100 Millionen Deutsche Mark wurde eine 90 Kilometer lange Hauptleitung von Großenkneten nach Blexen gebaut.

Der Rathausturm spielte bei der Versorgung bis Anfang der 90er-Jahre eine entscheidende Rolle. Erst 1992 wurde er vom neuen Speicherpumpwerk an der Oldenburger Straße in Atens abgelöst. Der Turm hatte 20 Jahre seine Dienste geleistet. Und leistet sie als unübersehbares Wahrzeichen noch heute.

Felix Frerichs Nordenham / Redaktion Nordenham
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