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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Überschuldung trifft auch Frührentner

11.02.2015

Nordenham Die Zahl der Insolvenzanträge von Privatleuten im Landkreis Wesermarsch ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen – von 176 im Jahr 2013 auf 159. Das ist nach Einschätzung von Insolvenzrichter Klaus Holtkamp, Rechtspflegerin Janine Hübler und Rechtspfleger Dieter Wemken jedoch zufallsbedingt und ändert nichts an der Erkenntnis, dass die Zahl der laufenden Privatinsolvenzverfahren in der Wesermarsch weiterhin auf hohem Niveau liegt.

Zum Vergleich: Das als Insolvenzgericht für den gesamten Landkreis zuständige Nordenhamer Amtsgericht hatte im Jahr 2012 insgesamt 160 Insolvenzanträge von Verbrauchern gezählt. Im Jahr 2011 waren es insgesamt 190.

Privatinsolvenzen sind von Firmenpleiten zu unterscheiden. Betroffen sind Verbraucher, die ihre Überschuldung beenden wollen. Auffällig im vergangenen Jahr war, dass dazu viele Frührentner gehörten, die erwerbsunfähig geworden waren und nur über eine schmale Rente verfügen.

Weitere Hauptursachen für Privatinsolvenzen waren wie in den Vorjahren Trennungen von Partnern und Ehescheidungen, Arbeitslosigkeit sowie Konsumieren auf Pump. Betroffen waren auch viele alleinerziehende Mütter und ledige Väter.

Nicht mehr so stark vertreten wie in den Vorjahren waren 18- bis 19-Jährige, die durch überhöhte Handy-Kosten in die Überschuldung gerutscht sind.

Nach Erkenntnissen von Richter Klaus Holtkamp, Rechtspflegerin Janine Hübler und Rechtspfleger Dieter Wemken fällt zudem auf, dass einige Verbraucher sich durch Internetgeschäfte zur Überschuldung verleiten lassen.

Seit 1. Juli vergangenen Jahres gilt ein neues Recht bei Privatinsolvenzen. Bis dahin konnten Verbraucher mit einem Privatinsolvenzverfahren nach sechs Jahren die Befreiung von ihrer Restschuld erlangen. Sechs Jahre lang mussten sie also auf Sparflamme leben und sich nach den Vorgaben des Gesetzes wohlverhalten.

Seit 1. Juli vergangenen Jahres ist ein Erlass restlicher Schulden bereits nach drei Jahren möglich. Voraussetzung ist allerdings, dass die Schuldner in dieser Zeit 35 Prozent der Forderungen und die Verfahrenskosten begleichen.

Diese gesetzliche Neuregelung hat beim Nordenhamer Insolvenzgericht jedoch nicht zu einem höheren Antragsaufkommen vor oder nach dem 1. Juli geführt.

Vielleicht liegt das daran, dass bundesweit in den vergangenen Jahren weniger als ein Prozent der Schuldner 35 Prozent der Verbindlichkeiten ausgleichen konnten.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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