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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

„Unsere Tiere müssen nach draußen“

09.04.2015

Weserdeich 5000 Mitglieder gehören zu dem Verband, den Lars Steenken aus Weserdeich jetzt führt: der Landesverband der Rassegeflügelzüchter Weser-Ems. Alle Mitglieder vereint die Leidenschaft für die Geflügelzucht im Allgemeinen und der Wunsch, alte und bedrohte Geflügelrassen zu erhalten, im Besonderen.

Von den Ostfriesischen Inseln bis zum Teutoburger Wald, von der Wesermarsch bis ins Emsland: das Verbandsgebiet, dem Lars Steenken jetzt vorsteht, ist riesig. 81 Ortsvereine gehören dazu, es gibt fünf Kreisverbände. Und in der gesamten Fläche eint die Mitglieder eine Sorge: die vor der nächsten Aufstallungspflicht, wenn wieder irgendwo Fälle von Vogelgrippe auftreten sollten. „Diese Thematik macht uns Züchtern das Leben sehr schwer“, sagt Lars Steenken im Gespräch mit der NWZ : „Unser Rassegeflügel ist nicht dafür geschaffen, im Stall zu leben. Die Tiere müssen nach draußen.“

Steenken will sich deshalb mit seinem Verband dafür einsetzen, dass Wirtschaftsgeflügelzüchter und Hobbyzüchter nicht über einen Kamm geschoren werden: „Da wird kein Unterschied gemacht, die Aufstallung gilt dann immer pauschal für alle. Deshalb fordern wir die Abtrennung“, erklärt der Berner weiter: „Es sind auch keine Fälle von Vogelgrippe in Hobbyzuchten aufgetreten. Die Ansteckung über Wildvögel ist nur eine Vermutung und nicht bewiesen.“

Im Falle einer Aufstallungspflicht stünden Lars Steenken und seine Mitstreiter regelmäßig vor großen Problemen: Viele Züchter hätten keine ausreichenden Stallungen und müssten den Bestand ihrer seltenen Tiere dezimieren: „Viele Züchter haben schon ganz aufgegeben, weil sie das ihren Tieren nicht antun wollen und über keine geeigneten Ställe verfügen.“ Dabei ist Steenken der Hinweis besonders wichtig, dass im Verband viele Tiere gezüchtet würden, die auf der Roten Listen der bedrohten Tierarten stehen.

Auch Ausstellungen müssten bei einer Aufstallungspflicht abgesagt werden. Steenken: „Dann laufen uns die Mitglieder weg. Die Ausstellungen sind die einzige Möglichkeit, um Tiere und Rassen auszutauschen. Nur so kann die Zucht funktionieren.“ Gespräche beim Landwirtschaftsministerium zu dieser Problematik würden stattfinden, so Steenken: „Aber letztlich trifft jeder Landkreis seine Entscheidung.“

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