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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Update der heimischen Landwirtschaft

30.03.2017

Brake Matthias Wenholt, zuständiger Dezernatsleiter beim Landkreis Wesermarsch, hat für die sperrige Bezeichnung „Landwirtschaftlicher Fachbeitrag im Rahmen des Regionalen Raumordnungsprogramms für den Landkreis Wesermarsch“ eine viel schönere: „Ein Blick durch die rosarote Brille der Landwirtschaft“. Gebunden und auf mehr als 100 Seiten listet das Werk viele Zahlen auf und gibt einen Überblick über die Entwicklung der Landwirtschaft in den vergangenen Jahren im Landkreis.

Was ist der Landwirtschaftliche Fachbeitrag ?

Der Fachbeitrag ist die reine Sicht der Landwirtschaft auf den für die Wesermarsch prägenden Wirtschaftszweig. Gemeinsam mit anderen Fachbeiträgen (Landschaftsrahmenplan für Belange von Umwelt und Natur) und Unterlagen dient er als Grundlage für das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP), das der Landkreis derzeit neu erarbeitet.

Wer hat ihn erstellt?

Der Landwirtschaftliche Fachbeitrag wurde von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erstellt, vor allem von Renko Eilts. Unterstützt wurde dieser vom Kreislandvolk um dessen Vorsitzenden Dr. Karsten Padeken. Beteiligt wurden aber auch Landjugend, Kreislandfrauenverbände und die Ortslandvolkverbände.

... und was enthält er?

Der Landwirtschaftliche Fachbeitrag enthält zahlreiche Daten zur Entwicklung der Landwirtschaft in der Wesermarsch. Einige Beispiele:
 Die Anzahl der Betriebe sinkt jährlich um drei Prozent. 2016 gab es 680 landwirtschaftliche Betriebe mit über zehn Hektar Fläche. Die mittlere Größe betrug 82 Hektar. 35 Prozent sind Nebenerwerbsbetriebe, der Pachtflächenanteil liegt bei 70 Prozent. Die landwirtschaftliche Fläche ist von 2001 bis 2010 um gut 2 Prozent zurückgegangen. Die Feldblockgröße liegt in der Wesermarsch bei nur 2,4 Hektar, niedersachsenweit bei 4 Hektar.
 Im Jahr 2016 wurden rund 52 000 Hektar Grünland in der Wesermarsch bewirtschaftet, 87 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Auf der Ackerfläche werden auf rund 60 Prozent (rund 4600 Hektar) Silomais angebaut, 440 Hektar weniger als noch 2012. Die Anzahl der Biogasanlagen stagniert seit 2015 bei 16.
 94 Prozent der Betriebe sind auf den Bereich Futterbau (Milchviehhaltung, Jungviehaufzucht, Rindermast) spezialisiert. Von den etwa 700 Rinderhaltern sind rund 500 Milcherzeuger mit im Durchschnitt 110 Milchkühen. Vor 25 Jahren gab es noch 1100 Milchviehhalter mit durchschnittlich 40 Kühen.
 Ökologischer Landbau wird von 35 Betrieben auf 2300 Hektar Fläche betrieben.

Schwerpunkte des Fachbeitrages sind „Sicherung der Betriebsstandorte und die Lösung von Konflikten bei außerlandwirtschaftlicher Flächeninanspruchnahme“. Angesichts Baumaßnahmen wie A20 und Weservertiefung werde es großen Bedarf an Ausgleichsflächen geben, so Padeken. Da Fläche aber nicht vermehrbar sei, regte er „andere Wege beim Ausgleich“ an, etwa finanzielle Kompensation, qualitative Verbesserung von Kompensationsflächen, Ausgleich in Gewässern sowie innerhalb von Städten und Dörfern.

Ist der Fachbeitrag verbindlich?

Der Fachbeitrag direkt ist kein rechtsverbindliches Planungsinstrument. Er dient aber zur Erstellung des RROP, auf dessen Grundlage dann die Städte und Gemeinden ihre Planung (Flächennutzungspläne und Bebauungspläne) erstellen.

Für wen ist der Fachbeitrag gedacht?

Vor allem für die Kreisverwaltung, die das RROP entwirft, und die Kreispolitik, die darüber entscheidet. Er ist einer von mehreren Teilen, die zum RROP zusammengefügt werden. Auf Grundlage aller gesammelten Daten und Informationen wird abgewogen, welche Flächen künftig für welche Nutzung vorgesehen werden sollen.

Wie geht es jetzt weiter ?

Im Laufe dieses Jahres will die Kreisverwaltung der Politik einen ersten Entwurf des RROP vorlegen. Auf die politische Diskussion und Abstimmung folgt eine öffentliche Auslegung. Mit der Verabschiedung des RROP durch den Kreistag rechnet Wenholt „sehr optimistisch“ für Ende 2018, eher für das Jahr 2019.

Markus Minten
Redaktionsleitung Brake
Redaktion Brake
Tel:
04401 9988 2301

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