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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Polizei: Verweste Leiche im Obdachlosenheim

23.11.2013

Nordenham Dem Bauhofmitarbeiter bot sich ein schrecklicher Anblick, als er die Tür der vermeintlich leerstehenden Wohnung öffnete. In der Obdachlosenunterkunft lag zwischen Unrat und leeren Flaschen eine Leiche, die schon bis auf das Skelett verwest war. Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen Mann aus dem Alkoholikermilieu. Wann und wie der gebürtige Schweiburger ums Leben gekommen ist, steht noch nicht fest. Ein Fremdverschulden schließt die Polizei allerdings aus und beruft sich dabei auf die Ergebnisse einer rechtsmedizinischen Untersuchung der Leiche in Oldenburg.

Todeszeitpunkt unklar

Nach Auskunft des Kriminalhauptkommissars Uwe Thöle, der bei der Nordenhamer Polizei den Kriminal- und Ermittlungsdienst leitet, ist davon auszugehen, dass sich der Leichnam schon seit zwei Jahren in der Oberwohnung an der Walther-Rathenau-Straße befunden hatte. Diese Einschätzung teilen die Sozialbehörden der Stadt Nordenham jedoch nicht. Der Leiter des Sozial- und Ordnungsamtes, Rudolf Müller, verweist auf Äußerungen von Mitbewohnern, nach denen es noch im Sommer dieses Jahres einen Streit mit dem Mann aus dem Obergeschoss gegeben haben soll.

Der 1951 geborene Schweiburger lebte seit vielen Jahren in Nordenham. 2011 musste er im Zuge einer Zwangsräumung seine damalige Wohnung verlassen. Vom Sozialamt der Stadt Nordenham bekam er eine Bleibe in einer der zwölf Obdachlosenunterkünfte an der Walther-Rathenau-Straße zugeteilt. Diese schlichten Zwei-Zimmer-Wohnungen bestehen aus einer Küche sowie einem Wohn- und Schlafraum. Sie gehören der Gemeinnützigen Nordenhamer Siedlungsgesellschaft und sind von der Stadt angemietet.

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Von den zwölf Wohnungen, die auf drei Hauseingänge verteilt sind, stehen sechs zurzeit leer. Die Mietkosten bekommt die Stadt vom Jobcenter erstattet, das für die Sozialhilfe zuständig ist.

Während die Nachbarwohnung des Schweiburgers in der oberen Etage frei ist, sind in den beiden Unterkünften im Erdgeschoss zwei Männer untergebracht. Dass direkt über ihnen ein Leichnam über Monate verweste, haben sie nicht mitbekommen. „Niemand hat den Mann vermisst“, sagt Kriminalhauptkommissars Uwe Thöle, „er hatte keine sozialen Kontakte.“

Dass der Tote gefunden wurde, ist einem Zufall zuzuschreiben. Sozialamtsmitarbeiter Hermann Massaro wollte in der Wohnung die Heizkörper überprüfen, um Frostschäden im nahenden Winter vorzubeugen. Weil aber keine Schlüssel mehr vorhanden waren, bat er einen Mitarbeiter des Bauhofs, die Wohnungstür zu öffnen und ein neues Schloss einzusetzen. Als der Bauhofbedienstete am Dienstagvormittag den Auftrag erledigen wollte, entdeckte er die Leiche.

„Wir sind davon ausgegangen, dass die Wohnung leer stand“, sagt Hermann Massaro. In diesem Milieu komme es durchaus vor, dass Obdachlose ohne Abmeldung die Stadt verlassen oder sich vorübergehend anderswo einen Unterschlupf suchen. Zudem hätten die Mitbewohner aus dem Erdgeschoss behauptet, dass der Mann im Juli nach einem Streit ausgezogen sei.

Kein Betreuer

„Wenn die Menschen so leben wollen, dann kann man daran nicht viel ändern“, sagt Sozialamtsleiter Rudolf Müller. Ein Eingreifen in die Lebensverhältnisse sei nicht mit dem Recht auf die persönliche Freiheit vereinbar. Daher ließen sich solche bedauerlichen Vorfälle wie jetzt in der Walther-Rathenau-Straße kaum vermeiden. Bei besonders schweren Fällen von Verwahrlosung kann über den Sozialpsychiatrischen Dienst des Landkreises ein Betreuer zugewiesen werden. Aber das hielten die Behörden bei dem alkoholkranken Schweiburger nicht für erforderlich.

Für Sozialamtsleiter Rudolf Müller steht aber fest, dass in Zukunft mehr darauf geachtet werden muss, ob in den Obdachlosenunterkünften wirklich jemand wohnt.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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