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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Neue Hoffnung in Nordenham

19.09.2015

Nordenham Erstmal zur Ruhe kommen – das ist es, was sich Gjin Gjeka und seine Familie wünschen. Am Donnerstag sind sie in Nordenham angekommen. Ihre Heimat Albanien haben sie hinter sich gelassen – so wie viele andere in diesen Wochen. Um 13.13 Uhr sind sie in Nordenham aus dem Zug gestiegen. So wie die Familie Krasnici. Vater, Mutter und drei Kinder. Sie kommen aus Serbien. Zwei Familien, die mit ihrer Ankunft in Nordenham viele Hoffnungen verbinden.

Zeliha Aykanat und ihre Kollegen vom Refugium nehmen die Asylbewerber in Empfang. Die zehn Kinder und Erwachsenen haben die vergangenen Wochen im Erstaufnahmelager des Landes Niedersachsen in Bramsche verbracht. Sie sind froh, dass sie nun Wohnungen bekommen. In Bramsche war an Ruhe nicht zu denken. 200 Menschen seien dort in einem Zelt untergebracht, sagen sie. Es sei alles ziemlich chaotisch.

Wie die NWZ  berichtete, erwartet Nordenham bis Ende Januar nächsten Jahres 230 Flüchtlinge. Die Familien Gjeka und Krasnici gehören zu den ersten, die jetzt angekommen sind. Die Stadt Nordenham ist dankbar, dass sich das Refugium um die Menschen kümmert. Und Zeliha Aykanat ist dankbar, dass sie ehrenamtliche Helfer hat, auf die sie sich verlassen kann. Venera Braha-Merkle zum Beispiel. Sie lebt seit zweieinhalb Jahren in Nordenham. Sie stammt aus dem Kosovo und spricht serbisch. Kujtim Dallashaj ist in Deutschland geboren. Er spricht albanisch. Seine Eltern stammen ebenfalls aus dem Kosovo. Die beiden helfen als Dolmetscher.

Erster Weg ins Rathaus

Der erste Weg der Flüchtlinge führt ins Rathaus. Dort muss jede Menge Papierkram erledigt werden. Zeliha Aykanat und die Übersetzer helfen dabei. Anschließend geht’s zu Sükrü Acar ins Restaurant Ararat am Rande der Fußgängerzone. Dort gibt’s für alle einen Dönerteller und ein Getränk gratis.

Helfer gesucht zum Möbelverladen

Das Refugium Wesermarsch sucht Helfer zur Verladung von Möbeln für die Einrichtung von Flüchtlingswohnungen. Die Aktion findet am Montag, 21. September, statt. Das Refugium hat die Erlaubnis erhalten, Möbel des von der Awo-Sano Nordsee gGmbH betriebenen Ferienzentrums in Burhaversiel (Am Deich 39) abzuholen. Die Helfer werden dort gegen 17.30 Uhr benötigt. Ebenso werden noch Helfer für das Abladen der Möbel im Zwischenlager in der ehemaligen Abbehauser Hauptschule benötigt. Sie treffen sich dort am Montag gegen 19 Uhr.

Sükrü Acar nimmt die Flüchtlinge mit einem Lächeln in Empfang. Vor einiger Zeit hatte er beim Refugium angerufen, um seine Hilfe anzubieten. Die Bilder im Fernsehen haben ihn nicht mehr losgelassen. „Bei dieser Not dürfen wir unsere Türen und unsere Augen nicht verschließen“, sagt er. Er sei stolz darauf, dass Deutschland in diesen Tagen sein menschliches Gesicht zeige. Und er wolle seinen Teil zur Willkommenskultur beitragen. Deshalb bietet er allen Flüchtlingen, die nach Nordenham kommen an, dass sie bei ihm ein Essen und ein Getränk gratis bekommen. „Ich interessiere mich nicht für die Religion und die Herkunft der Menschen“, sagt er. Er sei überzeugt davon, dass die große Zuwanderung nach Deutschland kurzfristig Probleme verursachen könne, aber langfristig eine Bereicherung sei.

Sükrü Acar hat mehrere Tische zu einem großen zusammengeschoben. Auf der einen Seite Gjin Gjeka mit seiner Frau, seinem Bruder und den beiden Kindern. Melisa ist drei Jahre alt, Donilda gerade mal ein Jahr. Die Familie kommt aus Lezha, einer Kleinstadt im Nordwesten Albaniens. Gjin Gjeka hofft, dass er dauerhaft mit seiner Familie in Deutschland bleiben kann. Er wolle auf dem Bau arbeiten, genau wie sein Bruder.

Auch Miki Krasnici, der mit seiner Familie aus der Stadt Vranje im Südosten Serbiens kommt, hofft, dass er auf dem Bau arbeiten kann, wenn er Asyl bekommt. Als Roma fühle er sich in seinem Heimatland diskriminiert. Deshalb habe er sich mit seiner Familie auf den Weg gemacht.

Mülltrennung

Nach der Willkommensmahlzeit bei Ararat geht’s endlich in die Wohnungen. Das Refugium hat sie mit Möbeln ausgestattet. Zeliha Aykanat und ihre Kollegen begleiten die Familien in ihr neues Zuhause. Sie gibt ihnen einen kurze Einweisung. Besonders wichtig ist das Thema Mülltrennung. Nach den Worten von Zeliha Aykanat habe es bisher keine Probleme im Zusammenleben von Deutschen und Asylbewerbern, die in Nordenham alle dezentral in Wohnungen untergebracht sind, gegeben. Mit einer Ausnahme: Beim Thema Müllabfuhr sei es schon zu Konflikten in der Hausgemeinschaft gekommen. Deshalb erhalten die Asylbewerber Handzettel, auf denen in vielen verschiedenen Sprachen unter anderem geschrieben steht, wie die Müllabfuhr geregelt ist.


 Eine Übersicht über Initiativen für Flüchtlinge vor Ort unter     www.nwzonline.de/fluechtlingshilfe 
Jens Milde
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2205

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