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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Auslass-Rohre werden geprüft

09.10.2019

Wapelersiel Für den Bauleiter der Arbeitsgemeinschaft (ARGE), Carsten Neuhaus, läuft alles planmäßig. Zur ARGE zählen die Firmen Ludwig Freytag, Tiefbauunterweser (TAGU) aus Oldenburg sowie Herdejürgens & Harmsen aus Nordenham.

Die Hauptarbeiten am Mündungsschöpfwerk haben sich zum Jadebusen hin verlagert. Die vier alten Auslaufrohre wurden bis ans Schöpfwerk entfernt und neue GFK-Rohre mit dem Durchmesser von 2,40 Meter und einer Gesamtlänge von 36 Meter herangeführt. Der Polier Robert Frers aus Horsten: „Das Zusammenführen und Ineinanderschieben der zwölf Meter langen Rohre hat mit Hilfe der Bagger gut geklappt.“

Jede Röhre wird mit einer schützenden, 50 Zentimeter dicken Betonschicht ummantelt. Der Auslass zum Jadebusen ist 24,50 Meter breit und 8,65 Meter lang. Darüber läuft ein 2,60 Meter breiter Treibselräumweg. Zwischen diesem Weg und dem Schöpfwerk verläuft später der begradigte Deich, der im kommenden Jahr angelegt werden soll.

Der Hochwasserschutz ist gewahrt. Auf beiden Seiten bis an den alten Deich am Schöpfwerk ist die Spundwand zu sehen. Hierfür wurden 85 Stahlpfahlträger auf einer Länge auf 32 Meter in den Boden gerammt. Das Mündungsschöpfwerk, Baujahr 1965, steht auf neun Meter langen Holzpfählen.

Die Betondecke in der Grube ist 80 Zentimeter dick. Die vier Ausläufe, die GFK-Rohre, befinden sich nun in einer Flucht zum Jadebusen mit den vier neuen Sielzügen. Diese sind östlich vom Mündungsschöpfwerk angeordnet und bereits im Betrieb. Wenn alles fertig ist, dann verläuft der Deich hier durchgehend. Das grüne Band als Deich, wie Burchhard Wulff es nennt, hat man am liebsten. Der Vorsteher des II. Oldenburgischen Deichbandes dazu: „Da kann man immer wieder bei.“ Jetzt zur Sturmflutsaison kann das Mündungsschöpfwerk auch wieder seine Arbeit aufnehmen. Das Wasser fließt durch die neuen Rohre ab.

Über die jetzige Bauphase seit dem April hatte man sich abgesichert. Ersatzpumpen wurden angeschafft, falls die vier neuen Sielzüge für die Regulierung der Niederschläge nicht ausreichen sollten. Für den Notfall mit hohen Regenmengen wurde aber ein Pumpenprovisorium installiert.

Die acht verlegten bräunlichen Stahl-Rohre, die in die Jade ragen, sind östlich der Sielzüge deutlich zu sehen. Die Ersatzpumpen können insgesamt 6,5 Kubikmeter Wasser in der Sekunde befördern. Durch die relativ wenigen Regenmengen in diesem Sommer kamen die Ersatzpumpen noch nicht zum Einsatz. Bei den eigentlichen vier Pumpen im Mündungsschöpfwerk beträgt die Leistung je Pumpe 8,5 Kubikmeter, insgesamt 34 Kubikmeter in der Sekunde.

Der Probelauf durch die neuen Auslass-Rohre steht am 11. Oktober an. Der Verbandsvorsteher vom Entwässerungsverband Jade, Fritz-Harald Strodthoff-Schneider: „Die Pumpen sind inzwischen fast 55 Jahre alt, sie werden dann unter Volllast auf ihre Funktionsfähigkeit geprüft.“

Eventuell steht hier auch eine Generalüberholung an. Der Zuständigkeitsbereich liegt in diesem Fall beim Entwässerungsverband. Im nächsten Jahr 2020 kann die Deichlinie geschlossen werden. Dann werden auch noch die neuen Beton-Hubtorräume verklinkert.

Der Küstenschutz kostet Geld: Bei diesem Großprojekt hat man dann in den fünf Jahren 32 Millionen Euro verbraucht. „Im Herbst 2020 soll dann alles wie geplant fertig sein.“, so der Verbandsvorsteher Burchard Wulff.

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