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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Warum Rillen kein Aufreger sein müssen

21.09.2016

Nordenham Während der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen im Stadtgebiet weiter voranschreitet, ist Unverständnis bei einigen Bürgern und auch bei Ratsmitgliedern zu hören. „Sie sehen Probleme für Radfahrer, die angeblich leicht zu Fall kommen können“, bestätigt Richard Meyer, Mitarbeiter im Tiefbauamt.

Es geht um weiße, in die Pflasterung eingebrachte geriffelte Betonplatten als Taststreifen für blinde und sehbehinderte Mitbürger. Hieran können sie sich mit einem Langstock entlang tasten für den sicheren Ein- oder Ausstieg in einen Bus.

Als Einstiegsfeld liegt ein 90 Zentimeter breiter Streifen quer über dem Gehweg. Er schließt an einen 30 Zentimeter breiten und etwa acht bis zehn Meter langen Streifen an, der in Bordsteinnähe parallel entlang der Fahrbahn führt. Radfahrer haben Angst, dass sie wegen der etwa 2,5 Zentimeter breiten und 0,5 Zentimeter hohen Rillen ins Schleudern kommen oder gar stürzen könnten.

Offenbar ist vielen Bürgern nicht bekannt, so erklärt sich Richard Meyer den Unmut, dass der Radweg hier – an einer barrierefrei ausgebauten und mit solchen Blindenleitstreifen ausgestatteten Bushaltestelle – nicht durchläuft. Der Radweg ist hier aufgehoben. „Die gesamte Fläche vor der Bushaltestelle wird als Gehweg gepflastert. Die Rillenplatten für den Blindenleitstreifen sind nicht Bestandteile des Radweges, sondern gehören zum Gehweg und zur barrierefreien Haltestelle. Hier ist Rücksicht geboten“, erläutert Richard Meyer.

Diese Haltestellen kommen jetzt dran

Barrierefrei ausgebaut mit Blindenleitstreifen und neuen Unterständen werden in zwei bis drei Wochen diese vier Bushaltestellen im Stadtgebiet: Hafenstraße/Deichgräfenstraße in Fahrtrichtung Blexen sowie Glogauer Straße in Fahrtrichtung Blexen, Helgoländer Damm in Fahrtrichtung Blexen (in Höhe Margaretenstraße, wo sich die Grundschule Friedrich-August-Hütte befindet) und Martin-Pauls-Straße in Fahrtrichtung Blexen in Höhe der Oberschule am Luisenhof.

Lediglich der Unterstand erneuert wird an der Bushaltestelle am Marktplatz in Einswarden.

Die geschätzten Gesamtkosten für diese Vorhaben belaufen sich auf rund 116 000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt von 12,5 Prozent beträgt rund 14 500 Euro.

Der Radweg werde unterbrochen, damit blinde und sehbehinderte Menschen sich den Ein- oder Ausstieg für den Bus ertasten können. Radfahrer sollten daher nicht auf dem Blindenleitstreifen fahren, sondern an dieser Stelle absteigen und ihr Rad schieben, empfiehlt Richard Meyer. Sie können aber auch teilweise der Rille ausweichen, indem sie auf dem anderen Teil des zwischen drei und vier Meter breiten Weges fahren.

In früheren Jahren seien solche Rillen nur etwa elf Millimeter breit gewesen. Radfahrer hätten davon nichts gemerkt. Blinde und sehbehinderte Menschen konnten sie zwar mit einem Stock mit spitzem Ende, aber nicht mit einer Kugelspitze ertasten.

Inzwischen seien die breiteren Rillen gesetzlich vorgeschrieben und in anderen Städten gebe es kreuz und quer durch die Innenstadt laufende Blindenleitstreifen.

 Blindenleitstreifen gehören auch zu barrierefrei ausgebauten Bushaltestellen. Der Bordsteinrand wird dabei von bisher maximal zehn bis zwölf Zentimetern Höhe auf nun 16 bis 18 Zentimeter angehoben, damit beim Ein- und Aussteigen in Niederflurbusse keine Barriere stört.

  70 bis 80 Bushaltestellen gibt es im Stadtgebiet. Darunter sind viele in ländlichen Bereichen, die nur ein- bis zweimal täglich vom Schulbus angesteuert werden.

 Fördermittel in Höhe von 75 Prozent vom Land plus 12,5 Prozent vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen gibt es nur für Haltepunkte mit höherem Fahrgastaufkommen.

 Seit dem Jahr 2005 hat die Stadt 35 Haltepunkte barrierefrei erneuert. Dafür sind insgesamt 381 300 Euro investiert worden. Der von der Stadt aufgebrachte Eigenanteil belief sich auf insgesamt rund 47 600 Euro.

Noch in diesem Jahr sollen vier weitere Haltestellen barrierefrei ausgebaut werden (siehe Infokasten). Die Auftragsvergabe ist für diesen Donnerstag geplant. Nach Einschätzung von Richard Meyer dürften die Arbeiten in zwei bis drei Wochen starten.

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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