• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • LocaFox
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Wasser-Recycling: Pilotanlage ist bewilligt

06.10.2016

Nordenham „Es ist zwar in den 1970er Jahren propagiert worden. Aber Kläranlagen produzieren kein reines Wasser“, stellt Uwe Glänzer, Betriebsleiter der Kläranlage der Stadt Nordenham klar. Das gereinigte Wasser sei noch etwas belastet. „Mit einer Pilotanlage wollen wir versuchen, dieses Brauchwasser, das wir in die Weser ableiten, künftig für Gewerbe- und Industriebetriebe nutzbar zu machen“, erläutert der Betriebsleiter.

Acht Partner

Die Rede ist von einem Forschungsvorhaben mit acht Partnern in Deutschland. In die Praxis umgesetzt wird es in der Nordenhamer Kläranlage vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV). Die Fördergelder sind bewilligt. Das über drei Jahre laufende Vorhaben ist jetzt gestartet. Bis Ende dieses Jahres soll untersucht werden, welche speziellen Wasserqualitäten für Betriebsprozesse in Gewerbe und Industrie, aber auch in der Landwirtschaft benötigt werden.

Im Sommer nächsten Jahres will der OOWV in der Kläranlage mit Genehmigung der Stadt die geplante Pilotanlage installieren. Sie kostet mehrere 100 000 Euro und bereitet Brauchwasser für die Verwendung in Gewerbe- und Industriebetrieben auf. Pro Stunde kann sie fünf bis zehn Kubikmeter Wasser erzeugen.

Als größte Wasserabnehmer im Stadtgebiet sind die Nordenhamer Zinkhütte, Wesermetall und Kronos Titan beteiligt. Sie arbeiten mit im projektgeleitenden Ausschuss und liefern anwendungsorientierte Informationen. Der OOWV will weitere Nordenhamer Industriebetriebe hinzuziehen.

„Zurzeit erhalten diese Betriebe von uns Trinkwasser. Dieses Wasser ist teilweise besser oder schlechter als der spezielle Bedarf für Prozesse in den Betrieben. Einige unserer Kunden bereiten es daher selbst vor Ort weiter auf“, berichtet OOWV-Projekt-Ingenieurin Kerstin Krömer. „Eine schrittweise Aufbereitung in der Pilotanlage ermöglicht unterschiedlich angepasste Wasserqualitäten“, fügt Jörg Brinkmeyer hinzu. Er ist Prokurist der Oldenburger Firma De.EnCon. Sie plant und baut die Pilotanlage.

Zwei Container

Die Anlage wird in zwei Containern untergebracht und voll automatisch betrieben. Sie testet auch die Kombination unterschiedlicher Verfahrenstechniken.

Die förderfähigen Kosten des bundesweiten Verbundprojektes mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis belaufen sich auf insgesamt 2,8 Millionen Euro. Die Partner bringen darüber hinaus Eigenleistungen ein.

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Forschung und Bildung aus dem Programm „WavE“ gefördert. Damit soll die Verfügbarkeit von Wasser erhöht werden durch Wasserwiedergewinnung und Entsalzung. Grundwasser-Vorkommen sollen geschont werden.

Der Projektanteil des OOWV beläuft sich auf 280 000 Euro. Davon 50 Prozent werden bezuschusst. Zu den Partnern gehören neben dem Oldenburger Anlagenbauer unter anderem die Universität Duisburg-Essen und in leitender Funktion das IWW Rheinisch-Westfälische Institut für Wasserforschung.

Mit Hilfe der Pilotanlage sollen Investitions- und Betriebskosten für weltweit einsetzbare Anlagen abgeschätzt und auch Details der Technologie getestet werden. Die Anlage soll etwa zwei Jahre betrieben werden.

Nach Einschätzung des OOWV wird Nordenham davon profitieren. Die Wasserversorgung wird weiter gesichert. Der Standortfaktor Wasser für die Industrie wird gestärkt. Mit der Erprobung neuer Technologien wird in Nordenham ein globaler Beitrag zum Schutz der Grundwasser-Versorgung geleistet.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwzonline.de/videos/wesermarsch 
Video