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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Im Kampf um die Existenz in Hamburg

15.11.2019

Wesermarsch „Ich glaube, dass auch diese Aktion von den Menschen gut aufgenommen wurde“, sagte Dr. Karsten Padeken, der Vorsitzende des Kreislandvolkverbandes Wesermarsch. 100 Landwirte mit ihren Traktoren und weitere 80 Personen in zwei eigens gecharterten Bussen – Landwirte und deren Familien – haben sich gestern von der Wesermarsch aus auf den Weg nach Hamburg gemacht. Am Rande der in der Hansestadt stattfindenden Umweltministerkonferenz von Bund und Ländern demonstrierten die Landwirte mit Verbündeten aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und aus Mecklenburg-Vorpommern gegen die Agrar- und Umweltpolitik der Bundesregierung. „Durch immer neue Vorgaben in den Bereichen Düngen, Schädlingsbekämpfung und Tierschutz ist langfristig unsere Existenz in Gefahr“, erklärte Landwirt Douwe Witbaard aus Seefelderaußendeich.

Kundgebung in Hamburg

„Der Verkehr in Hamburg und in der Umgebung wurde durch die Aktion stark beeinflusst“, sagt Karsten Padeken, die Polizei habe die Situation aber gut im Griff gehabt. Insgesamt haben sich laut Schätzungen etwa 4000 Schlepper an der Aktion beteiligt. Bei der Kundgebung auf dem Gänsemarkt, bei der unter anderem der Präsident des Bauernverbandes, Eberhard Hartelt, der Vorsitzende des niedersächsischen Landvolkes, Jörn Ehlers, und vom Aktionsbündnis „Land schafft Verbindung, wir rufen zu Tisch“ Thomas Andresen sprachen, soll die Teilnehmerzahl wesentlich höher gewesen sein.

Fähren im Dauereinsatz

Die Landwirte aus der Wesermarsch mussten einiges in Kauf nehmen, um gestern dabei sein zu können. „Teils haben wir die Schlepper bereits am Vorabend über die Weser gebracht, um ein völliges Chaos in der Nacht und am Morgen zu verhindern“, erklärte Junglandwirtin Ulrike Witting aus Oldenbrok. Obwohl die Fähren von Blexen nach Bremerhaven, von Brake nach Sandstedt und von Berne nach Farge Sonderschichten einlegten, herrschte in den frühen Morgenstunden ein reges Treiben. „Es mussten ja nicht nur die Trecker aus der Wesermarsch übersetzen, sondern auch die aus Ostfriesland, dem Ammerland oder Cloppenburg“, sagte Karsten Padeken.

Friedlicher Verlauf

Auf der anderen Weserseite angekommen, schlugen sich die Landwirte in verschiedenen Konvois Richtung Hamburg durch. Padeken: „Einen gemeinsamen Treffpunkt für den Start zu finden, war nicht möglich.“ Dennoch kamen alle ans Ziel. Teilweise wurden die Schlepper-Kolonnen von der Polizei begleitet.

Die Kundgebung auf dem Gänsemarkt fand Karsten Padeken „beeindruckend, aber nicht so imposant wie am 22. Oktober in Oldenburg“. Dort habe alles auf einem zentralen Platz stattgefunden, während es sich in Hamburg über mehrere Straßenzüge hingezogen habe. „Es war dennoch ein tolles Erlebnis“, sagte Padeken, „und alles friedlich“.

Tolle Unterstützung

Ulrike Witting war von den Eindrücken sichtlich angetan. „Das muss man erstmal kurz sacken lassen. Die Fahrer auf den Schleppern waren jedenfalls begeistert“, so die 26-Jährige. Douwe Witbaard saß auf einem solchen und fügte hinzu: „Das war eine tolle Veranstaltung!“ Gegen 16 Uhr ging es von Hamburg aus zurück. „Die Fähre Brake – Sandstedt hat zugesagt, so lange zu fahren, bis der letzte Trecker wieder drüben ist“, freute sich Ulrike Witting, „Das nenne ich Unterstützung. Danke dafür.“

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Tobias Göttler Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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