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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Mehr Infektionen als im Vorjahr in Wesermarsch

19.07.2019

Wesermarsch In Niedersachsen haben die Meldungen von Rotavirus-Infektionen an das Robert Koch-Institut (RKI) stark zugenommen. Das berichtet die IKK classic. Die Krankenkasse hat die aktuelle Statistik des Bundesinstituts für Infektionskrankheiten ausgewertet. Demnach wurden bis Ende der 25. Kalenderwoche, also bis 23. Juni, landesweit fast 3000 Infektionen gezählt. Das sind mehr als doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2018 (1377). Auch im Landkreis Wesermarsch sei der Vorjahreswert bereits überschritten worden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Außer in Sachsen und Thüringen hat die Infektionsrate mit dem für Kinder und Senioren gefährlichen Krankheitserreger in allen Bundesländern zugenommen. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits über 30 000 Infektionen beim RKI gemeldet, fast 7000 Meldungen mehr als im gesamten Vorjahr (23 602). „Die Zahlen schwanken zwar von Jahr zu Jahr stark“, sagt Regionalgeschäftsführer Markus Schrader. „Die Steigerung in diesem Jahr ist aber ungewöhnlich, vor allem in Niedersachsen.“ So dramatisch sei sie nur noch in Brandenburg und Berlin.

„Im Landkreis Wesermarsch wurde die meldepflichtige Krankheit in diesem Jahr bisher bereits bei 42 Patienten diagnostiziert“, berichtet Schrader. „Im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es nur fünf“; im gesamten Jahr 2018 zwölf.

Einen eindeutigen Grund für die Entwicklung konnte die Krankenkasse nicht nennen. Die Zunahme von Infektionen mit dem Rotavirus ist laut der IKK classic in fast allen niedersächsischen Landkreisen und kreisfreien Städten zu beobachten. Einzige Ausnahmen sind die Städte Oldenburg und Osnabrück sowie der Landkreis Osterholz.

Rotaviren lösen starken Brechdurchfall aus, der plötzlich einsetzt, auch Bauchkrämpfe und Fieber können auftreten. Harmlos sei eine Ansteckung nicht. Die Erkrankung ist meldepflichtig, weil sie vor allem wegen des massiven Flüssigkeitsverlusts für Säuglinge und Kleinkinder lebensgefährlich sein kann. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung meist milder und ist nur für chronisch Kranke und ältere Menschen riskant.

Die Übertragung der hoch ansteckenden Viren erfolgt hauptsächlich durch Schmierinfektion. Nach ein bis drei Tagen setzen die Symptome ein. „Vor einer Ansteckung kann man sich kaum schützen“, sagt Schrader. „Die wichtigste Vorsorge ist konsequente Hygiene.“ Deshalb rät die IKK classic, häufig die Hände gründlich zu waschen und den WC-Sitz vor Gebrauch zu desinfizieren – vor allem bei Gemeinschaftstoiletten.

Seit einigen Jahren gibt es auch eine Impfung gegen Rotaviren. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Schluckimpfung für alle Säuglinge unter sechs Monaten, in zwei oder drei Dosen. Sie sollte bis zum Alter von zwölf Wochen begonnen werden.

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Jana Budde Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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