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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Auf den Landwirt kommt es an

28.02.2019

Wesermarsch Wenn Milchkühe in der warmen Jahreszeit täglich zehn oder mehr Stunden auf der Weide verbringen, ist das für den Bauern prinzipiell nicht weniger wirtschaftlich, als wenn sie den ganzen Tag im Stall bleiben. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg eines Bauernhofes ist nicht das Haltungssystem, sondern der „Faktor Unternehmer“: Auf den Landwirt kommt es an.

Das ist das Fazit der Untersuchungen im Modul Betriebswirtschaft der Systemanalyse Milch, die das Grünlandzentrum in Ovelgönne in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen erstellt hat. Marlene Kohnen von der Bezirksstelle Oldenburg-Nord der Landwirtschaftskammer Niedersachsen stellte diesen Teil der umfangreichen Systemanalyse am Dienstagabend in der Jahreshauptversammlung des Beratungsrings Wesermarsch in der Hengsthalle vor. Knapp 100 Mitglieder waren gekommen.

59 Höfe machen mit

Marlene Kohnen hatte diesen Teil der Analyse gemeinsam mit den Beratern Steffen Habben und Kerstin Schröder erstellt; fünf Jahre investierten sie in das Vorhaben. Datengrundlage waren die jeweiligen Jahresabschlüsse der Betriebe; dazu kamen Gespräche mit den Betriebsleitern.

59 Bauernhöfe in ganz Niedersachsen zwischen Göttingen und der Küstenregion wurden verglichen. Die Ergebnisse von 47 Betrieben flossen in die Untersuchung ein. Die Gutachter teilten sie in vier Gruppen ein. Jeweils ein rundes Dutzend Höfe hielten ihre Milchkühe mehr als zehn Stunden, sechs bis zehn Stunden oder weniger als sechs Stunden auf der Weide. Neun Betriebe hatten sie ständig im Stall.

Marlene Kohnen betonte, dass sie die Vollkosten untersucht hatten. Das bedeutet: Für alle mitarbeitenden Familienmitglieder wurde der übliche Lohn angesetzt, für eigene Flächen eine Pacht einberechnet. Ausgewertet wurden die sehr unterschiedlichen Wirtschaftsjahre 2013/14 mit sehr gutem Milchpreis, 2014/15 mit Auslaufen der Milchquote und 2015/16 mit der Milchpreiskrise. Im letzten untersuchten Jahr konnte keine der vier Gruppen vollkostendeckend wirtschaften.

Vollweidebetriebe sind etwas kleiner und haben etwas weniger Tiere. Anders als erwartet, sind die Kosten für Grundfutter pro Kilogramm Milch zwischen den Systemen nicht sehr unterschiedlich, wohl aber schwankten sie von Jahr zu Jahr stark.

Wer günstiger füttert

Stallhaltung ist nicht rentabler als Weidehaltung, im Gegenteil: Das Kilogramm Milch aus dem Stall kostet den Bauern 18,34 Cent, auf der Weide waren es nur 17,07 Cent. Das wird aber dadurch relativiert, dass die durchschnittliche Weidekuh pro Jahr 1000 Kilogramm Milch weniger gibt als ihr Pendant im Stall.

Überraschend auch: Weidehalter füttern nicht günstiger. Sie zahlen 7,33 Cent pro Kilogramm Milch, während im Stall nur 7,03 Cent anfallen. Bestätigt wurde, dass die Weidehaltung ganz etwas weniger Arbeitskosten verursacht. Entscheidender Kostenfaktor seien aber die Ausgaben für Arbeitsmittel – etwa für Lohnunternehmer, Treibstoff und eigene Maschinen.

Kurz blickte Marlene Kohnen auf ein anderes Modul der Untersuchung, nämlich das Tierwohl . Hier zeigte sich, dass Milchkühe, die auf der Weide stehen, etwas weniger Verletzungen und Schwellungen aufweisen. Insgesamt gelte aber auch hier: Entscheidend sei das Management.

Sowohl Stall- als auch Weidehaltung könne sehr erfolgreich sein, wenn der Landwirt bestmöglich arbeite und organisiere. Marlene Kohnen: „Die Wahl des Haltungssystems ist eine unternehmerische Entscheidung, die an die Betriebsgröße und den Standort angepasst werden muss.“

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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