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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Bauern machen ihrem Unmut hundertfach Luft

23.10.2019

Wesermarsch Die angestaute Wut auf die Agrarpolitik der Bundesregierung ist bei den Landwirten offenbar groß. Hunderte machten sich am Dienstagmorgen auf den Weg zur Demonstration in Oldenburg. Nach Worten von Mitorganisator Douwe Witbaard kamen dort „mindestens 300 Fahrzeuge allein aus der Wesermarsch“ an.

Gut 50 von ihnen starteten in Großenmeer auf dem Hof von Godfried van Eijden. Über die B 211 und Wahnbek (Landkreis Ammerland) ging es nach Oldenburg. Als kurz darauf der Konvoi, der sich in Rodenkirchen gebildet hatte, folgte, zog er einen Stau hinter sich her, der fast bis Barghorn reichte. „Sorry – aber sonst werden wir nicht gehört“ war als passender Slogan an einem der Trecker zu lesen.

Mit zahlreichen solcher Hinweise machten die Landwirte auf ihre Anliegen aufmerksam: „Regional gibt es nicht zum Nulltarif“ wies auf Proteste gegen die Globalisierung hin, vor allem gegen das umstrittene Mercosur-Abkommen, „Schluss mit dem Nitrat-Wahn“ auf aus Sicht der Landwirte fehlgeleiteten Grundwasserschutz.

Am Steuer vieler Trecker: die jungen Landwirte. Die nächste Generation also, die mit ihrem Protest deutlich machen will, dass sie ihre Zukunft auf dem Spiel stehen sieht. Und in der Wesermarsch hängen viele Existenzen an der Landwirtschaft: Das zeigte alleine die Länge des Konvois, der sich über die Donnerschweer Straße in die Oldenburger Innenstadt hupend hinein schob. Natürlich kam es dadurch zu Beeinträchtigungen des normalen Verkehrs, aber die Landwirte zeigten auch mit vielen kleinen Gesten, dass es ihnen nicht um Eskalation geht. „Das war und bleibt alles ganz friedlich“, sagte Gerd Lübken von seinem Trecker herunter. Er lässt noch einen Radfahrer und Fußgänger passieren, bevor er wieder Gas gibt. Ein anderer Wesermärschler winkt lachend durch die Scheibe einem kleinen Jungen zu: Joshua ist erst anderthalb Jahre alt, hat aber schwer beeindruckt jeden einzelnen Traktor aus der Wesermarsch bewundert, der da an ihm und seiner Mama vorbeizog.

Auch die Polizei Brake zog am Nachmittag eine positive vorläufige Bilanz: Auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich habe es keine Unfälle im Zusammenhang mit der Demonstration gegeben, hieß es aus dem Kommissariat.

Und es waren nicht nur Hunderte aus der Wesermarsch: Die Landwirte versammelten sich mit Kollegen aus anderen Landkreisen an den Weser-Ems-Hallen, wo sie bei einer großen Kundgebung ihre Standpunkte mit Nachdruck deutlich machten.

Antje Witting aus Oldenbrok betonte im Gespräch mit der NWZ, dass junge Landwirte auch die Möglichkeit haben wollen, den Betrieb übernehmen zu können. Ihre Tochter Ulrike Witting hatte den Protest mit organisiert. Wichtig ist beiden, dass sachliche Lösungen gesucht werden, die auf fachlicher Grundlage beruhen. „In der Industrie gibt es überall runde Tische und wir werden als Klima-Schutzschild benutzt“, beklagen beide.

Hendrik Ripken aus Berne ist es zudem wichtig, den Zusammenhalt unter den Landwirten zu stärken. Er betont, dass die Landwirtschaft die einzige Branche sei, die CO2 speichern könne. Sein Kollege Frerk Hespe (Berne) ist frustriert: „Wir arbeiten sieben Tage die Woche. Wenn andere am Strand liegen, sitzen wir auf dem Trecker und produzieren die qualitativ hochwertigsten Lebensmittel zum günstigsten Preis“, berichtet der 42-Jährige. Er leitet einen Betrieb mit 250 Kühen.

-> PolitiK, S. 1 und Region, S. 11


Mehr Bilder gibt es unter   www.nwzonline.de/fotos-wesermarsch 
Markus Minten Redaktionsleitung Brake / Redaktion Brake
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