• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Mit der Trecker-Kolonne zum Protest nach Hamburg

12.11.2019

Wesermarsch Douwe Witbaard ist Landwirt – und zwar aus voller Überzeugung. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Jenny Meyer und den gemeinsamen Kindern Joost (5) und Deddo (3) lebt der 31-Jährige auf seinem Hof in Seefelder Außendeich. „Wir führen einen Familienbetrieb, wie die meisten Landwirte in der Region“, erklärt Witbaard. Doch er macht sich große Sorgen, wie so viele seiner Berufskollegen. „Wir werden durch das Agrarpaket der Politik massiv in unserer Arbeit behindert“, wird Douwe Witbaard deutlich. Es sei nur eine Frage der Zeit, dass noch mehr landwirtschaftliche Betriebe aufgeben müssten.

Bundesweite Proteste

Der 31-Jährige steht mit seiner Meinung nicht alleine da. Seit Wochen schon protestieren Landwirte bundesweit gegen das Agrarpaket der Regierung. Zunächst waren grüne Kreuze auf den Ländereien zu sehen – als eine Art „stiller Protest“. Am 22. Oktober gingen dann Tausende von Landwirten auf die Straßen, um sich Gehör zu verschaffen. In Oldenburg und umzu wurde der Verkehr durch die Trecker weitestgehend lahm gelegt.

„Die Aktion wurde von den Menschen total gut angenommen“, erzählt Ulrike Witting. Die 26-Jährige arbeitet mit auf dem elterlichen Hof in Oldenbrok. Wie bei den Witbaards ist auch dieser Hof auf Milchvieh spezialisiert. „Man hätte befürchten können, dass die Bevölkerung eher negativ auf die Maßnahme reagiert, allein schon wegen des starken Eingriffs in den Straßenverkehr“, sagt Ulrike Witting, doch das Gegenteil sei der Fall gewesen. „Ständig haben uns LKW-Fahrer mit erhobenem Daumen zum Weitermachen ermutigt“, freute sich Witting.

Nichts als Worthülsen

Auch Junglandwirt Nils von Deetzen zeigte sich begeistert von der Aktion. „Das war ein guter erster Schritt“, sagte der 27-Jährige aus Norderschweiburg. Unzufrieden sei er hingegen mit den Reaktionen aus der Politik. „Bisher kamen da nichts als Worthülsen“, so von Deetzen. „Das waren nur Lippenbekenntnisse“, fügt Douwe Witbaard hinzu. Dennoch hätten die Initiatoren aus der Kreispolitik durchaus positive Rückmeldungen bekommen.

Am Donnerstag werden die Landwirte einen Schritt weitergehen. Anlässlich der Umweltministerkonferenz ziehen Hunderte von ihnen aus der Wesermarsch Richtung Hamburg, um ihrem Unmut dort noch mehr Ausdruck verleihen zu können. „Die Kundgebung geht mittags gegen 12 Uhr los“, so Douwe Witbaard. Für die Landwirte aus der Wesermarsch bedeutet das, dass die Trecker-Kolonne gegen 6 Uhr starten wird. „Bei einer Geschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde dauert die Fahrt schon ein bisschen“, erklärt Ulrike Witting .

Schuldzuweisungen

Die drei Landwirte – Witting, Witbaard und von Deetzen – sind sich darüber einig, dass diese Aktion fortgesetzt werden muss. „Es ist wichtig, dass wir uns den Respekt zurückholen“, sagt von Deetzen. Die Landwirte hätten das Gefühl, unberechtigt die Schuld für viele Dinge zu bekommen. „Ob Insekten- oder Vogelsterben oder Nitrat im Grundwasser, immer waren wir es“, sagt Witbaard. Die Landwirte würden nichts weiter wollen, als von ihrer Arbeit leben zu können.

Tobias Göttler Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2003
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.