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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Bauern fürchten harte Auflagen

13.11.2019

Wesermarsch In den vergangenen zehn Jahren sind ein Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe in der Wesermarsch verschwunden. Ein Strukturwandel, der durch ein jetzt geplantes Gesetz der Bundesregierung noch beschleunigt werden könnte, fürchtet Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Landvolks im Landkreis.

Im „Aktionsprogramm Insektenschutz“ sollen unter anderem Pflanzenschutzmittel in Natur- und Vogelschutzgebieten verboten werden. Außerdem soll beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ein Mindestabstand eingehalten werden. Diese Vorschriften gehen zu weit, finden viele Landwirte. „Insektenschutz ja – aber nicht so“, das ist die Meinung der Kreislandvolkverbände Wesermarsch und Friesland. „Unsere Landwirte haben sich in den vergangenen Jahren in vielen freiwilligen Maßnahmen wie beim Anlegen von Blühstreifen oder in Kooperationsprojekten mit Naturschützern engagiert, etwa in Zusammenarbeit mit dem Grünlandzentrum in Ovelgönne“, sagt Padeken. „Das ignoriert die Bundesregierung völlig und setzt jetzt allein auf Gesetze, die massive finanzielle Auswirkungen auf unsere Betriebe haben würden.“

Existenznot droht

Die Kritik der Landwirte bezieht sich besonders auf zwei Aspekte des Aktionsprogrammes. Das ist zum einen das Verbot von Pflanzenschutzmitteln in Naturschutzgebieten wie Vogelschutzgebieten und FFH-Gebieten, was den Anbau von Mais, Raps, Getreide oder Kartoffeln unmöglich machen würde. „Auf unseren schweren Marschböden funktioniert die mechanische Unkrautbekämpfung einfach nicht; für die Betriebe gibt es daher keine Alternative zum Herbizideinsatz“, macht Karsten Padeken deutlich. Er befürchtet, dass Betriebe in Existenznöte geraten könnten, wenn sie den Ackerbau aufgeben oder auf Mais als Viehfutter verzichten müssten, der gerade in trockenen Jahren zuverlässige Erträge liefere.

Das Aktionsprogramm sieht außerdem die Einhaltung eines Mindestabstands zu Gewässern vor, wenn Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden sollen. „Solche Bewirtschaftungsverbote sind ein massiver Eingriff in die Nutzungsfähigkeit von Grundstücken, ohne dass es den Insekten nutzen würde“, sagt Karsten Padeken. „Denn je nach eingesetztem Mittel gibt es bereits jetzt Vorgaben, wie die Einhaltung eines Abstands zu Gewässern oder die Verwendung abdriftmindernden Düsen.“

Was die Landwirte besonders verärgert ist die Willkür der geplanten Maßnahmen: Insektenschutz sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, da auch die ungebremste Versiegelung von Flächen, der zunehmende Verkehr, die Gestaltung von öffentlichen und privaten Flächen wie Parks und Gärten und der Klimawandel Insekten gefährde.

Besonders betroffen

Ordnungsrechtliche Vorschriften würden aber hauptsächlich für die Landwirte gemacht, während Bürger, Kommunen und die übrige Wirtschaft nur mit Wettbewerben, Appellen und Empfehlungen eingebunden werden sollten. Und auch innerhalb der Landwirtschaft träfe es die Küstenlandkreise besonders hart, da sich hier neben den Vogelschutzgebieten auch besonders viele wasserführende Gräben befänden.

Ihre Kritikpunkte an dem Aktionsprogramm wurde jetzt in einem gemeinsamen Positionspapier zusammengefasst und an die örtlichen Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie die zuständigen Ministerien in Berlin und Hannover geschickt. Außerdem ist eine große Demonstration in Hamburg am Donnerstag, 13. November, geplant, er der auch Teilnehmer aus der Wesermarsch mit Bussen reisen wollen.

Friederike Liebscher Berne/Lemwerder / Redaktion Brake
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