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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Nabu sieht Bodenbrüter in Gefahr

21.05.2019

Wesermarsch Wenn Heinz Meyer hinter seinem Haus in Elsfleth auf die benachbarte Wiese und die Böschung zum Kanal schaut, steigt der Ärger in ihm hoch. „Was da auf der Böschung liegt, ist das Leichentuch für etliche Vögel“, so der Rentner. Als er 1980 sein Häuschen im Wurplandtief II gebaut habe, seien noch Störche und Feldlerchen auf der Wiese unterwegs gewesen, erinnert Meyer sich. Dann sei zwischen seinem Grundstück und der Weide ein Graben gezogen worden. Die Wiese trocknete aus. Lerchen und Störche verschwanden. „Und seit knapp 14 Tagen ist es hier jetzt totenstill.“ Da wurde neben der Wiese auch die Böschung zum angrenzenden Moorriemer Kanal gemäht, erzählt Heinz Meyer. Dort hätten unter anderem Stockenten, Nilgänse und auch Blesshühner gebrütet. Nun seien alle fort. „Eine Stockente habe sich mit zwei oder drei Küken noch retten können. Zuvor habe sie fünf oder sechs Küken gehabt, weiß Meyer. Was sonst noch auf der Wiese gebrütet habe, wisse er nicht. Aber er habe jede Menge Laute gehört. Auch, wer die Böschung gemäht habe, könne er nicht sagen. Die Wiese hingegen sei von einem Landwirt gemäht worden.

Eine NWZ-Leserin ärgerte sich darüber, dass sie ihren Hund anleinen müsse, die Landwirte in der Brutzeit aber mähen dürften. Aber für die ist der erste Schnitt im Jahr der wichtigste überhaupt (NWZ berichtete). Der trockene Sommer im vergangenen Jahr ist an den Betrieben in der Wesermarsch nicht spurlos vorübergegangen. „Es gab große Ernteeinbußen“, sagt der Elsflether Landwirt Torsten Büsing. 40 Prozent weniger Gras als normal hätten er und seine Kollegen in der Wesermarsch im vergangenen Jahr eingefahren. Auf vielen Milchhöfen sei das Futter aus dem vergangenen Jahr aufgebraucht. Das Gras werde dringend gebraucht, um es zu silieren.

Nach dem ersten Schnitt folgen noch weitere Ernten auf dem Grünland. Der erste Schnitt ist so wichtig, weil er das energiereichste und qualitativ beste Futter für die Milchkühe liefere.

„Alle Schnitte nach der ersten Ernte sind für uns als Naturschützer völlig unproblematisch“, sagt Franz-Otto Müller, Vorsitzender des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) in der Wesermarsch. Besonders Sorgen bereiten ihm zurzeit die Sumpfohreulen. Die seien ziemlich selten und brüteten auch in der Nähe von Elsfleth beziehungsweise zwischen Berne und Hude, weiß Müller. Dort seien unlängst Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) unterwegs gewesen und waren den Bodenbrütern auf der Spur. Wenn die Leute der Behörde Gelege fänden, würden dieses gekennzeichnet. „Die Mitarbeiter bitten den Landwirt dann, zehn mal zehn Meter um das Nest kein Gras zu schneiden“, so Müller. Dieses Jahr brüteten in der Wesermarsch relativ viele dieser Eulen. Es seien reichlich Mäuse als Nahrung vorhanden, weiß Müller. Am besten wäre es, die Bauern würden die ganze Weide erst ab dem 15. Juni mähen, sagt der Nabu-Vorsitzende.

Mit nicht wenigen Landwirten hat der Landkreis Vogelschutz-Verträge geschlossen. Für die Naturschutzbehörde ist die Stollhammer Wisch nach wie vor ein Vorzeigeprojekt.

Die Gelegeverluste durch die Landwirtschaft seien mit den Verträgen fast auf Null gebracht. Die Bauern warten mit dem Grünschnitt bis zum Ende der Brutzeit oder schneiden weniger. Wie berichtet, werden dort gekennzeichnete Nester umfahren. Die Stollhammer Wisch ist ein rund 3000 Hektar großes Schutzgebiet für Wiesenbrutvögel. Landwirte, Jäger und Naturschützer kümmern sich dort gemeinsam um die Wiesenbrüter und ihre Gelege.

Jens Schopp Redakteur / Redaktion Rastede/Wiefelstede
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