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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Angepasste Bewässerung von Mooren

12.05.2018

Wesermarsch /Rotenburg Die Ziele sind klar definiert: Die Treibhausgasemissionen auf landwirtschaftlich genutzten Mooren sollen reduziert und die betriebswirtschaftliche Situation für landwirtschaftliche Betriebe verbessert werden.

In zwei Modellregionen arbeiten deshalb seit einiger Zeit Vertreter aus Landwirtschaft, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Wissenschaft und dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) an Lösungen – und zwar im Modellprojekt Gnarrenburger Moor in Rotenburg, koordiniert von der Landwirtschaftskammer Bremervörde, und im Verbundprojekt Swamps (englisch für Sümpfe), das vom Grünlandzentrum Niedersachsen/Bremen in Ovelgönne geleitet wird. Beide Modellprojekte sind Teil des von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen geförderten Programms „Klimaschutz durch Moorentwicklung“ und laufen über drei bis fünf Jahre. Jetzt besuchten Landwirte und Projektmitarbeiter aus der Gnarrenburger Modellregion erstmals ihre Kollegen aus dem Verbundprojekt.

Zum Programm gehörte die Begehung der Swamps-Exaktversuchsflächen im Ipweger Hochmoor und Hammelwarder Niedermoor. Dort erläuterte Dr. Heinrich Höper vom LBEG das Wassermanagement auf den Flächen. Diese werden durch den Einstau von Wassergräben beziehungsweise über eine sogenannte Unterflurbewässerung mittels Drainagen bewässert. Bei der Unterflurbewässerung, einem neuen in den Niederlanden entwickelten Verfahren, wird Wasser aus Gräben über Drainrohre in die Flächen geleitet.

Im Mittelpunkt des Besuchs stand eine Diskussion, die Jendrik Holthusen aus dem Grünlandzentrum leitete. Im Melkhus am Fuchsberg debattierten die 23 Beteiligten aus Rotenburg und der Wesermarsch Chancen und Risiken einer angepassten Bewässerung von Mooren. „Das Ganze ist nicht trivial“, schickte Höper vorweg mit Blick auf eine Optimierung der Wasserstände, die das Moor auf der einen Seite feucht genug halten sollen, um Torfzehrung und damit Treibhausgasemissionen zu mindern, andererseits aber die Flächen trocken genug lassen müssen, um sie mit landwirtschaftlichem Gerät zu befahren.

Auf den Swamps-Exaktversuchsflächen im Ipweger Hoch- und Hammelwarder Niedermoor werden Untersuchungen zu den Auswirkungen des Wassermanagements auf Treibhausgasemissionen, landwirtschaftliche Kenngrößen, Nährstoffausträge und Biodiversität vorgenommen. „Die Flächen sind durch das angepasste Wassermanagement planbarer in ihrer Bewirtschaftung“, sagte Gerd Lange von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Man könne so zum Beispiel erreichen, dass ein letzter Schnitt auch in einem nassen Herbst noch möglich sei.

Den Chancen standen aber auch Befürchtungen der Landwirte gegenüber. Für eine Beweidung seien auf bewässerten Moorflächen tiefere Wasserstände erforderlich, gaben die Landwirte aus der Wesermarsch zu bedenken. Außerdem befürchten sie, dass durch die Bewässerung das naturschutzfachliche Interesse an den Flächen steigen und damit deren Bewirtschaftungsmöglichkeiten eingeschränkt werden könnten. Dennoch warb Johann Steffens, Landwirt auf dem Gnarrenburger Moor in Ober-Klenkendorf, für die Unterstützung der Modellprojekte: „Wir brauchen Landwirte, die die Moorflächen pflegen.“

Während es für konkrete Lösungsoptionen aus den Projekten, die bis 2019 beziehungsweise 2020 laufen, noch zu früh ist, zeichne sich bereits jetzt die Unterflurbewässerung als vielversprechendes Verfahren ab, um Landwirtschaft und Klimaschutz gerecht zu werden. Die Messungen von Treibhausgasemissionen im Swamps-Projekt seien überdies von unschätzbarem Wert, sagte Dr. Heinrich Höper. In ganz Deutschland gebe es keine vergleichbaren Zahlen in Moorgebieten mit Unterflurbewässerung.

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