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BÜRGERINITIATIVE: Widerstand gegen Biogasanlage wächst

22.11.2008

BRAKE Der Widerstand gegen die Biogasanlage in Käseburg wächst. Der Saal im „Landhaus Hammelwarden“ war proppenvoll, etliche Besucher der Versammlung, zu der die noch junge Bürgerinitiative Brake-Süd am Donnerstagabend eingeladen hatte, mussten mit einem Stehplatz vorlieb nehmen.

Die Bürger in Hammelwarden und umzu wollen die Geruchs- und Keimbelastungen durch die Anlage nicht hinnehmen. Sie fordern eine geschlossene Halle und Abluftfilter für die Nachrotte. Bereits 603 Bürger und Bürgerinnen haben sich an der Unterschriftenaktion beteiligt. „Und täglich kommen neue Unterschriften dazu“, freut sich Rainer Klopp. Er gehört mit Harry Grotheer, Gerard Rünzi, Hans-Jürgen Wehlau, Udo van Lessen, Ewald Hinrichs und Jörg Wöhler zu den Sprechern der BI.

Die Initiative erwägt rechtliche Schritte gegen das Genehmigungsverfahren. Weil juristischer Sachverstand Geld kostet, wurde in der Versammlung eine spontane Spendensammlung veranstaltet, bei der 386,35 Euro zusammenkamen. „Für eine Rechtsberatung durch den Siedlerbund reicht das“, erklärt Klopp.

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Auch politisch soll Druck gemacht werden. Der stellvertretende Bürgermeister Holger Wiechmann (SPD) und Walter Erfmann in seiner Funktion als Kreistagsabgeordneter der Unabhängigen Wählergemeinschaften wollen interfraktionelle Gespräche vermitteln. Die Stadt könne im Genehmigungsverfahren keine Stellungnahme abgeben, so lange es offene Fragen gibt, so Wiechmann.

Jutta Altmann befasst sich seit gut 20 Jahren mit der Pilz- und Keimbelastung aus Kompostanlagen. „Gefährlich sind die Schimmelpilze. Sie wehen über Kilometer, da hat jeder was davon“, warnte sie. Die Keime könnten Krebs, Infektionen und schwere Allergien verursachen.

„Das Ding wird gebaut, aber es müssen Auflagen für die Nachrotte gemacht werden. Die Einhausung und Abluftfilter sind keine übermäßigen Forderungen, sondern das Minimum an Sicherheit“, stellte Dr. Johan Altmann fest. Die Versammlung quittierte das mit Applaus.

Nach Informationen der NWZ belaufen sich die Baukosten für die Biogasanlage auf rund 4,9 Millionen Euro. Mit der Nachrüstung bei der Nachrotte steigen die Baukosten auf über fünf Millionen Euro. Damit müsste der Auftrag europaweit ausgeschrieben werden.

Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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