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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Gesteinsbrocken hageln wieder in den Garten

14.01.2015

Brake Viele Monate lang war es ruhig. Doch mit den heftigen Stürmen, die am Wochenende über die Region fegten, hat die Familie Buntrock aus der Lessingstraße ein altes Problem wieder eingeholt. Erneut haben sich aus der Fassade des Hammelwarder Wasserturms Gesteinsbrocken gelöst. Die in unmittelbarer Nähe des Turms wohnende Nicole Buntrock hat eine ganz Schale voll davon aus ihrem Garten gesammelt. Sie sorgt sich um ihre Kinder Pia (5) und Philip (8) und fordert, dass endlich etwas passiert.

Das Problem ist alles andere als neu. Bereits im November 2006 hatte sich Nicole Buntrocks Vater Norbert Jäger an die Stadt gewandt und auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die nach seiner Meinung von Hammelwardens Wahrzeichen ausgehen. Der Eigentümer des Wasserturms, der in Nordrhein-Westfalen lebende Martin Wenderoth, war daraufhin aufgefordert worden, ein Gutachten einzuholen, das im September 2007 auszugsweise auch Norbert Jäger erhielt. Die Autoren kamen damals zu dem Schluss, dass „voraussichtlich in fünf bis zehn Jahren“ Sanierungsmaßnahmen im Bereich des Daches erforderlich würden. Ansonsten ließ die Stadt in einem Begleitschreiben wissen, dass nach ihrer Einschätzung von dem Turm „keine konkrete Gefahr“ ausgehe.

Im Oktober 2010 schlug Nicole Buntrock Alarm, nachdem sie einen ganzen Eimer mit Trümmerteilen vom Wasserturm in ihrem Garten, in dem inzwischen ihre beiden Kinder spielten, gesammelt hatte. Einer der Gesteinsbrocken war fast zwölf Zentimeter lang. Der Protest der Hammelwarderin löste eine lange Diskussion aus, in deren Verlauf der damalige Bürgermeister Roland Schiefke mit einem Abriss drohte. Die Debatte rief zudem den CDU-Landtagsabgeordneten Björn Thümler auf den Plan, der unter Mitwirkung des Monumentendienstes eine Arbeitsgruppe zur Rettung des Turms initiierte. Zudem machten sich Architektur-Studenten der Jade-Hochschule auf Thümlers Initiative hin Gedanken über Nutzungskonzepte für den denkmalgeschützten Turm.

Doch all diese Bemühungen verliefen im Sande. Eigentümer Martin Wenderoth ließ den Wasserturm mehrfach von Experten des Monumentendienstes sowie von Fassadenkletterern inspizieren und schließlich eine Schutzhaube über die Spitze stülpen. Mehr passierte nicht.

Die Haube wurde inzwischen schon einmal geflickt. Jetzt hat der Sturm erneut ein Loch hineingerissen. Und es fallen wieder Gesteinsbrocken in die umliegenden Gärten.

Nicole Buntrock fordert Konsequenzen und hätte inzwischen auch kein Problem mehr damit, wenn der in den Jahren 1927 und 1928 errichtete Turm abgerissen würde. Für sie hat die Sicherheit ihrer Kinder Vorrang. Die SPD-Ratsfrau liebäugelt damit, das Thema mittels eines Antrags auf die Tagesordnung der politischen Gremien zu setzen, damit endlich etwas passiert und Eigentümer Martin Wenderoth zum Handeln gezwungen wird.

Wenderoth selbst sicherte auf NWZ -Nachfrage zu, den Wasserturm erneut von Fassadenkletterern inspizieren und auch die Schutzhaube flicken zu lassen, sobald es die Witterung zulässt. Kaufinteressenten und mögliche Nutzer für den Turm seien indes weiterhin nicht in Sicht. Und der Eigentümer fürchtet, dass sich daran auch so bald nichts ändern wird.

Detlef Glückselig
Butjadingen
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2204

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