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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Willehad-Brunnen wieder originalgetreu

01.08.2013

Blexen Dieser Zierbrunnen aus Sandstein ist für evangelische und katholische Christen gleichermaßen zu einem besonderen Symbol des Glaubens geworden. Viele Tagesgäste oder Urlauber, die nach Blexen kommen, haben schon etwas von dem einzigartigen Denkmal gehört. Darüber hinaus wird das Brunnengehäuse oft und gerne als Kulisse für Hochzeitsfotos genutzt. Zurzeit wird der 1875 im neugotischen Baustil auf dem Friedhof unweit der St.-Hippolyt-Kirche in Blexen errichtete Willehad-Brunnen saniert.

Verband trägt Kosten

„Das ist ein ganz besonderer Brunnen, der bei Touristen sehr gut ankommt“, sagt Kirchenratsmitglied und Gästeführer Herbert Dannemeyer (76). Als Vorsitzender des Kirchenverbandes Blexen-Nordenham, der die Friedhöfe in Blexen und Atens unterhält, hat er die Initiative für die Sanierung ergriffen. „Der bauliche Zustand ist nicht schlecht, aber das äußere Bild war nicht mehr so schön. Der Brunnen wirkte zu grau und grün.“ Der Kirchenverband trägt die Kosten von rund 4000 Euro.

Benannt ist der Zierbrunnen nach dem Friesen-Missionar Willehad. Sein Name bedeutet „der willensstarke Kämpfer“. Im achten Jahrhundert hat Willehad im Auftrag Karls des Großen das Christentum in die Küstenregion gebracht, war der erste Bischof von Bremen und ist später heilig gesprochen worden. Während eines Besuches war er am 8. November 789 in Blexen gestorben.

Einer Legende nach soll Willehad in Blexen mit seinem Bischofsstab auf die Erde gestoßen und so eine Wasserquelle geöffnet haben. Diesen Brunnen sahen die Menschen als ein Gottesgeschenk an. Er hatte für sie existenzielle Bedeutung, weil sie nun nicht mehr von Zisternen oder Brackwasser abhängig waren.

Zum Gedenken an das Wirken Willehads ist 1875 der Zierbrunnen aus Sandstein errichtet worden.

„Während meiner Lehrzeit vor 25 Jahren habe ich ihn schon einmal ein wenig gereinigt“, sagt der Nordenhamer Steinmetz- und Steinbildhauermeister Guido Berner (44). Mit Angestellten seines Natursteinbetriebes führt er jetzt die Sanierungsarbeiten aus. „Für mich ist das eine schöne Arbeit, weil ich sonst mehr mit Backstein zu tun habe, die Arbeit mit Sandstein meinen Beruf aber ausmacht.“

Der Obernkirchener Sandstein, der aus der Region Hannoversch-Münden stammt, wird komplett mit einem alkalischen Sandsteinreiniger, der den Stein nicht angreift, gesäubert. Fugen werden mit Muschelkalkmörtel neu verfugt. Weggebrochene Stellen werden mit Natursteinersatzmörtel aufgefüllt und nachgearbeitet, damit alle ursprünglichen Profile des Bauwerks wieder sichtbar werden. Vierungen mit größeren defekten Stellen werden durch neue Sandsteinstücke ersetzt.

Historisches

Der 1875 im neugotischen Baustil in Blexen errichtete Willehad-Brunnen sollte auf den ursprünglichen Willehad-Brunnen, der ein offener Ziehbrunnen mit hölzernem Aufbau und hölzernem Dach war, aufgesetzt werden. Das vom Oldenburger Steinmetz und Bildhauer Franz Anton Högl gelieferte Brunnengehäuse aus Sandstein erwies sich vor Ort aber als zu groß und zu schwer. Deshalb wurde der Denkmal-Brunnen neben den funktionsfähigen Brunnen gestellt, der daraufhin zugedeckt wurde.

Seit 1988 plätschert es im Denkmal. Der Blexer Alfred Dase hat damals als Hausmeister die Technik eingebaut. Als Brunnenmeister oder – wie er schmunzelnd sagt – als „Patenonkel“ kümmert er sich seit mehr als acht Jahren um die Wartung. Jeweils von März bis Ende Oktober sprudelt Wasser Tag und Nacht im angestrahlten Denkmal.

Viele Blexer verbinden mit Willehad auch die Gründung ihres Dorfes. Denn im Jahre 789, dem Todesjahr des Bischofs, wird Blexen erstmals urkundlich erwähnt.

Den Todestag Willehads, den 8. November, begeht der evangelische Blexer Pfarrer jedes Jahr gemeinsam mit katholischen Christen.

Anschließend bekommt der Sandstein-Brunnen eine Imprägnierung. Sie weist Wasser ab und erleichtert zukünftige Reinigungen. „Algenbildung ganz verhindern kann man nicht. Aber die Imprägnierung, die dem Brunnen bisher gefehlt hat, lässt Feuchtigkeit raus, aber keine Feuchtigkeit rein“, erläutert der Steinbildhauermeister.

Die Pflasterung rund um den Brunnen aus Wesersandstein und Granit-Kleinpflaster wies starke Unebenheiten auf. Sie werden beseitigt.

Spitze gebrochen

Die Brunnen-Spitze mit Kreuzblume ist komplett gebrochen. Die Kreuzblume kann restauriert, die Spitze muss erneuert werden.

Der Löwenkopf am Brunnenrand bleibt als Wasserspeier ungenutzt. Der Wasserbehälter mit Umwälzpumpe im Brunnen ist noch intakt, so dass nach der Sanierung wieder eine sprudelnde Wasserfläche zu sehen sein wird.

„Der Willehad-Brunnen wird wieder wie im Original aussehen. Wir wollen ihn aber nicht auf nagelneu trimmen. Sein Alter soll man erkennen können“, sagt Guido Berner.


NWZ TV    zeigt einen Beitrag unter   www.nwz.tv/wesermarsch 
Horst Lohe
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2206

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