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NWZonline.de Region Wesermarsch Wirtschaft

Fassmer-Werft: Wunsch von Fritz Thieme wird erfüllt

11.03.2017

Berne Das ist die Geschichte in Kurzform: Hamburg, Helgoland, Bremen, Berne, Wangerooge, bewundernswerte Seenotretter und ausgewiesene Schiffsbau-Experten – fertig ist ein neues Boot für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Es gibt natürlich auch eine ausführliche Version: Fritz Thieme ist ein hoch geschätzter Wissenschaftler gewesen. Der in Sachsen geborene Professor für physikalische Chemie lehrte und forschte an der Uni Hamburg. Als Ausgleich tankte er regelmäßig auf der Insel Helgoland auf. Hier kam er mit den Seenotrettern an Bord der dort stationierten Schiffe – aktuell der zurzeit größte und leistungsfähigste DGzRS-Kreuzer „Hermann Marwede“ – ins Gespräch.

Selbstlos, idealistisch und verantwortungsbewusst – diese Wesenszüge bedeuteten Thieme zeitlebens viel, und diese fand er bei den Seenotrettern. Im Laufe der Zeit sind Freundschaften entstanden.

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Fritz Thieme ist 2013 im Alter von 87 Jahren in Hamburg verstorben. Da er keine Kinder hatte, setzte er „seine“ Seenotretter als Erben ein.

Mit seinem Nachlass bleibt er den Seenotrettern nun verbunden: Das am Freitag bei der Fassmer-Werft in Berne auf Kiel gelegte Seenotrettungsboot mit der internen Bezeichnung SRB 68 wird einen Namen tragen, den Fritz Thieme gewünscht hat. „Damit wird sein sehnlichster Wunsch erfüllt“, sagt Dagmar Irmler. Die 66-jährige Hamburgerin kennt Thieme mehr als 40 Jahre; zuletzt war sie die Frau an seiner Seite.

Der Name für das neue Seenotrettungsboot wird traditionell erst bei der Taufe bekannt gegeben. Der Neubau kostet rund eine Million Euro.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit Sitz in Bremen hat 60 Einheiten auf Nord- und Ostsee im Einsatz. Rund 30 Jahre ist eine solche „Einheit“ im Einsatz; im Schnitt wird also alle zwei Jahre ein neues Schiff für die DGzRS auf verschiedenen Werften gebaut – finanziert ausschließlich durch private Zuwendungen.

Die Fassmer-Werft hat bereits mehrere Schiffe für die DGzRS gebaut und zuletzt den Auftrag für insgesamt drei Neubauten der bewährten 10-Meter-Klasse bekommen. Diese Klasse umfasst bereits 20 Einheiten, insgesamt zehn sind beauftragt, das letzte nimmt 2020 den Dienst auf.

Der jetzt auf Kiel gelegte Neubau ist der dritte und letzte dieser bei Fassmer beauftragten Serie. Der erste ist bereits ausgeliefert, der zweite (SRB 67, finanziert durch die Bremer Eiswette) wird zurzeit ausgerüstet – in unmittelbarer Nachbarschaft zum jetzt auf Kiel gelegten Neubau.

Übrigens: auch die neue Helgolandfähre, seit Dezember 2015 in Dienst, wurde bei Fassmer gebaut.

Dagmar Irmler hatte am Freitag die Ehre, eine Münze in eine Sektion des Neubaus einzulegen, die dort verschweißt wurde und auf allen Einsätzen mit dabei sein wird. Diese Münze verspricht nach einer alten Seefahrertradition Sicherheit, Glück und Gesundheit. Diesmal ist es eine Gedenkmedaille der deutschen Bundesländer mit einem Motiv des Hamburger Hafens und den Wappen der 16 Bundesländer.

Der Neubau wird im Herbst ausgeliefert. Das Boot hat 380 PS, ist rund 18 Koten (etwa 33 Stundenkilometer) schnell und für die Freiwilligen-Station Wangerooge vorgesehen.


Weitere Bilder und ein Video unter   www.nwzonline.de 
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Torsten Wewer Elsfleth / Redaktion Brake
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