Elsfleth - Platz ist in der kleinsten Hütte, sagt Renate Hermenau achselzuckend. Und sie weiß, wovon sie spricht. Denn ihr kleines Häuschen an der Peterstraße in Elsfleth ist gerade einmal vier Meter breit und acht Meter lang. Doch was von außen so aussieht, als könnte man bequem beide Seitenwände gleichzeitig berühren, wenn man nur die Arme ausstreckt, entpuppt sich von innen als ein wahres Raumwunder.
Vier mal acht Meter
Auf der nur 32 Quadratmeter großen Grundfläche sind im Erdgeschoss ein geräumiges Wohnzimmer, ein kleines Bad, die Küche, ein Flur und der Treppenaufgang untergebracht. Das Wohnzimmer ist mit seinen knapp 20 Quadratmetern sogar sehr großzügig geschnitten. Es bietet Platz für ein großes Ecksofa, Couchtisch und einen Esstisch mit Stühlen. „Das Bad hat nur eine Dusche, keine Badewanne“, sagt Renate Hermenau. Die Küche sei zwar klein, aber sie habe alles, was sie brauche, sagt die 76-Jährige. „Nur einen Geschirrspüler habe ich nicht“, ergänzt sie.
Jede Nische genutzt
Im ersten Stock des Hauses befinden sich ein großer Vorflur und ein großes Schlafzimmer. Durch Einbauschränke wird jede Nische des großen Raumes unter der Dachschräge genutzt. Renate Hermenau hat einen Schreibtisch am Fenster, der in halbhohe Schränke übergeht, die jede Menge Abstellfläche bieten.
So kommt das Haus in Miniformat auf stattliche 58 Quadratmeter Wohnfläche insgesamt. Das Einzige, was Besucher darauf hinweist, dass sie sich in einem sehr kleinen Haus befinden, ist die Treppe, die Erdgeschoss und ersten Stock miteinander verbindet. Denn die ist doch recht steil, eben ein Raumsparwunder.
Seit 36 Jahren
Seit 36 Jahren lebt die gebürtige Berlinerin in dem Mini-Häuschen in Elsfleth, erzählt sie. Ihr Mann sei früher zur See gefahren und habe zunächst zur Miete in dem Mini-Haus gewohnt. 1984 kaufte das Paar das Haus. Es habe sich einfach so ergeben, sagt Renate Hermenau. Darüber, ein größeres Haus zu kaufen, habe sie nie nachgedacht. „Ich habe nie viel Platz gebraucht“, sagt die Rentnerin. In Berlin habe sie in einer Eineinhalb-Zimmer-Wohnung gewohnt.
„Ich sag immer, das ist mein Hexenhäuschen, und ich bin die Hexe“, sagt Renate Hermenau schmunzelnd. Hexen ziehen sich deshalb auch durch die Dekoration. Die erste habe sie geschenkt bekommen. Das habe gut gepasst, denn früher habe sie rote Haare gehabt, erzählt Hermenau.
Zwei Geschichten
Über die Geschichte des Hauses wisse sie nicht viel, sagt Renate Hermenau. Alteingesessenen Elsflethern ist das Haus nur als Wohnhaus bekannt. Es wurde 1924 gebaut, so viel weiß Renate Hermenau sicher.
Über die frühere Nutzung habe sie zwei Geschichten gehört. Zum einen hieß es, das Haus sei früher als Dental-Depot eines Zahnarztes genutzt worden. Ein zweites Gerücht besagt, es sei ursprünglich einmal ein Stall gewesen. Diese Gerüchte habe ihr jedoch noch niemand bestätigen können, sagt sie
