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Wolfsrisse Weidehalter fordern Abschüsse von Wölfen

Ein Wolf hat in der Wesermarsch mehrere Schafe und ein Kälbchen gerissen.

Ein Wolf hat in der Wesermarsch mehrere Schafe und ein Kälbchen gerissen.

dpa

Neustadt/Frieschenmoor/Hannover - Für Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Landvolks Wesermarsch, ist die Sache klar: „In einer Region wie der unsrigen sollten wir das Recht haben, ein solches Tier zu entnehmen, egal ob es ein Hund oder ein Wolf ist.“ Damit geht Dr. Karsten Padeken am Montagnachmittag auf die jüngste Serie von Schafs- und Kälbchenrissen in der Wesermarsch ein, die Züchter, Landwirte und Bürger zunehmend verunsichert. Weideland und der Wolf, das passe einfach nicht zusammen, betonte der Landvolkvorsitzende und sagte gegenüber unserer Redaktion, dass er generell nichts gegen den Wolf habe. Doch der Wolf gehöre einfach nicht in Weidegebiete.

Vollpension

Der frühere Deichschäfer Fred Wachsmuth aus Elsfleth hatte schon vor vielen Jahren gegenüber unserer Redaktion auf die Wolf-Weide-Problematik hingewiesen. „Für den Wolf ist der Tisch der Wesermarsch reicht gedeckt“, sagte Wachsmuth damals. Die Wesermarsch sei für den Wolf eine Art „Vollpension mit Fünf-Sterne-Restaurant.“

Unterdessen drängen Weidetierhalter in Niedersachsen und anderen Bundesländern weiter auf eine Bestandsregulierung für Wölfe durch Abschüsse. Ein Papier mit dieser Forderung werde an die Umweltministerkonferenz übergeben, die vom 11. bis 13. Mai in Wilhelmshaven tagt, teilte das Landvolk Niedersachsen am Montag mit. Am 12. Mai wollen Tierhalter dort vor dem Tagungshotel demonstrieren.

Gefordert würden unter anderem ein eindeutiges Bekenntnis zur Weidewirtschaft mit Ausschlussgebieten für Wölfe und eine kontrollierte Ausbreitung von Wölfen durch bestandsregulierende Jagd, sagte Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers als Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement.

157 Wolfsrudel

Der kürzlich erfolgte Beschluss des Agrarausschusses des niedersächsischen Landtages zur Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht sei hierfür ein wichtiger Schritt. Dem Aktionsbündnis gehe es nicht darum, den Wolf auszurotten, betonte Ehlers: „Wir brauchen perspektivisch aber die Instrumente einer ordentlichen und geregelten Jagd, um die Wolfspopulation auf ein erträgliches Niveau zu bringen.“ In Niedersachsen leben nach aktuellen Zählungen der Landesjägerschaft 38 Wolfsrudel, zwei Wolfspaare und vier Einzelwölfe in freier Wildbahn. Bundesweit wurden im April mindestens 157 Wolfsrudel, 27 Wolfspaare und 19 residente Einzeltiere registriert.

Hans-Carl Bokelmann
Hans-Carl Bokelmann Redaktion Brake, Redaktion Jade, Redaktion Ovelgönne
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