Brake/Frieschenmoor/Rönnelmoor/Hannover - Der Schock über die jüngsten Wolfsrisse in Rönnelmoor und Frieschenmoor sitzt tief. In der Wesermarsch ist man sich einig: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Das ist jetzt auch bei der Kreisverwaltung angekommen. Mit Ausbreitung der Wolfsrudel in Niedersachsen und der landesweit steigenden Anzahl der bestätigten Risse von Nutztieren durch Wölfe sowie vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse in der Wesermarsch auf dem Hof des Landvolk-Vorsitzenden Dr. Karsten Padeken in Frieschenmoor sowie auf der Weide einer erfolgreichen und mehrfach prämierten Schafzüchterin in Rönnelmoor wächst die Sorge der Landwirte und Bürger im Landkreis Wesermarsch.
Großer Schreck in Rönnelmoor: Der Wolf hatte in der Nacht von Montag auf Dienstag in Rönnelmoor mehrere Schafe der Züchterin Meike Avramut-Lampe gerissen. wboe
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Großer Schreck in Rönnelmoor: Der Wolf hatte in der Nacht von Montag auf Dienstag in Rönnelmoor mehrere Schafe der Züchterin Meike Avramut-Lampe gerissen. wboe
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wboeSchlechte Erfassung
Wesermarsch Landrat Stephan Siefken meint dazu: „Ich nehme die Ängste und Bedenken der Bürger gegenüber dem Wolf ernst und habe die aktuelle Entwicklung sorgsam im Blick.“ Die Erfassung von Wolfsrissen sowie die Festlegung von geeigneten Maßnahmen liege aber nicht bei der Kreisverwaltung des Landkreises Wesermarsch, sondern beim Land Niedersachsen. Der Landrat ist in diesem Zusammenhang aber nicht zufrieden mit dem Ist-Zustand. Siefken: „Der Landkreis selbst erfährt häufig nicht von den zuständigen Landesbehörden, sondern erst aus der Presse von Wolfsrissen und Wolfssichtungen in der Wesermarsch.“
Keine Wolfsberater
Außerdem bemängelt der Landrat, dass es seit 2020 im Landkreis Wesermarsch keinen ehrenamtlichen Wolfsberater mehr gibt. Die Nutztierrisse in 2020 und 2021 im Landkreis Wesermarsch konnten zwar in Nachbarschaftshilfe von Wolfsberatern aus anderen Landkreises dokumentiert werden. „Dies kann und darf jedoch keine langfristige Lösung für die Wesermarsch sein, weshalb die Kreisverwaltung ihre bereits mehrfach beim Niedersächsischen Umweltministerium vorgetragene Bitte um Ernennung neuer Wolfsberater für den Landkreis Wesermarsch erneuern wird“, erklärt der Landrat.
Hohe Dringlichkeit
Auch wenn zunächst geprüft werden muss, ob es sich bei den aktuellen Vorfällen tatsächlich um Wolfsrisse und wenn ja, um einen durchziehenden Wolf handelt oder vermehrte Wolfsrisse auf eine Ansiedlung oder gar Rudelbildung hinweisen, wird der Landkreis schon jetzt bei den zuständigen Stellen auf die Dringlichkeit der Situation hinweisen. Der Landrat dazu: „Der Landkreis wird in einer Mittlerfunktion kurzfristig die für den Wolf zuständigen Stellen, also den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, das Niedersächsische Umweltministerium und die Landwirtschaftskammer, zu einem gemeinsamen Gesprächstermin mit Vertretern des Kreislandvolkverbands Wesermarsch einladen.
Brisant
Hier sollen entstandene und ungeklärte Fragestellungen zu dokumentierten Wolfsrissen, eventueller Rudelbildung und einer möglicherweise notwendigen Entnahme geklärt werden.“ Auch können die Landesbehörden bei dieser Gelegenheit die rechtliche Situation und zukünftige Optionen darstellen. Siefken weiter: „Die Situation mit dem Wolf in der Wesermarsch ist hochdynamisch und emotional brisant, sodass ich hier dringenden Handlungsbedarf sehe und mich dafür persönlich gegenüber den zuständigen Landesbehörden einsetzen werde.“ Der Landrat stellt abschließend klar: „Die Wesermarsch ist durch Weidetierhaltung geprägt. Auch ist der Küstenschutz durch Schafe sicherzustellen. Beides ist nicht mit dem Wolf vereinbar.
