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Wolf im Weideland Weidehaltung muss weiterhin möglich bleiben

Nach den Wolfsrissen von Rönnelmoor bleiben  die Schafe  der Züchterin Meike Avramut-Lampe vorerst lieber im Stall.

Nach den Wolfsrissen von Rönnelmoor bleiben die Schafe der Züchterin Meike Avramut-Lampe vorerst lieber im Stall.

Wolfgang Böning

Rönnelmoor/Brake/Hannover/Berlin - Björn Thümler ist entsetzt: „Die vermehrten Nutztierrisse in der Wesermarsch durch den Wolf finde ich traurig und bestürzend. Ich bin froh darüber, dass der Agrarausschuss des Landtages kürzlich mit deutlicher Mehrheit von SPD, CDU und FDP der Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht zugestimmt hat.“ Dafür habe er sich auch persönlich seit Jahren eingesetzt, erinnert der CDU-Politiker aus Berne.

Öffentlicher Druck

Damit die in Niedersachsen getroffene Entscheidung letztlich gegen das ungebremste Wachstum der Wolfspopulation wirken könne, sei jedoch der Bund gefordert. Die Bundesregierung müsse dringend in Richtung EU-Kommission tätig und der Wolf von Anhang 4 in Anhang 5 der FFH-Richtlinie verschoben werden. „Da benötigt die Bundesregierung wohl noch starken öffentlichen Druck“, befürchtet Thümler.

Artenschutz

So habe der Petitionsausschuss des Bundestages erst im Januar 2022 mit der Mehrheit der Ampel-Koalition eine niedersächsische Petition für ein besseres Wolfsmanagement abgelehnt. Björn Thümler: „Ich erwarte, dass sich die zuständige Bundesumweltministerin Steffi Lemke gewissenhaft dieses Themas annimmt und sich für ein effizientes Wolfsmanagement stark macht.“ Klar ist nach Auffassung des CDU-Landtagsabgeordneten: „Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ist generell eine gute Nachricht für den Artenschutz. Es geht nicht um die Vernichtung des Wolfes, sondern um Bedingungen, die die Akzeptanz für dieses Tier in der Bevölkerung insbesondere im ländlichen Raum dauerhaft sicherstellen.“ Wichtig sei: „Die Haltung von Schafen, Rindern oder auch Pferden auf Weiden darf nicht dadurch unmöglich werden, dass dem Wolf kein Einhalt geboten wird.“ Ebenso wenig dürften der Hochwasserschutz, eine offene Kulturlandschaft und die bäuerlich getragene Landwirtschaft „dem Wolf geopfert“ werden, betont der Politiker.

Wolf gefilmt

Dass ein Wolf weiter seine Runden in der Wesermarsch dreht, belegt das Video von Landwirt Thomas Oncken, der das Raubtier filmte (www.facebook.com/wesermarschzeitung). Der Landwirt aus Moorseite bearbeitete am Samstag mit dem Grubber am Sieltief unweit von Großenmeer seinen Acker. Plötzlich lief aus Richtung Moorseite der Wolf am Traktor vorbei Richtung Sieltief, sprang hinein und schwamm durch. Dass der Wolf gut schwimmen kann, ist auf dem Facebook-Video gut zu erkennen, das bis gestern mehr als 8500 Personen erreichte.

Hans-Carl Bokelmann
Hans-Carl Bokelmann Redaktion Brake, Redaktion Jade, Redaktion Ovelgönne
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