Rodenkirchen/Oldenburg - Christin Hilmer vom Jade Wurftauben Club Wilhelmshaven hat sich nach 2019 zum zweiten Mal zur Deutschen Meisterin im Wurfscheibenschießen gekrönt. Auf der Olympia-Schießanlage in München setzte sich die aus Rodenkirchen (Landkreis Wesermarsch) stammende und mittlerweile in Oldenburg wohnende Ausnahmeathletin im Finale der Flintendisziplin Trap hauchdünn gegen ihre Dauerrivalin und Freundin Bettina Valdorf durch.
Spannendes Stechen
Nach 175 Schuss war noch keine Entscheidung gefallen, weil die beiden Finalistinnen gleichauf lagen. Im Stechen setzte sich Christin Hilmer nach zwei erfolgreichen Versuchen durch. „Der Titel bedeutet mir sehr viel“, sagte die neue deutsche Meisterin.
Dabei hatte sie einen mühsamen Weg zu bewältigen. Am ersten Wettkampftag standen 50 Schuss auf dem Programm, am zweiten zunächst 75. Damit war der Vorkampf beendet, den Christin Hilmer mit 107 Treffern als Dritte abschloss. Die sechs Bestplatzierten zogen in den Endkampf ein. „Damit hatte ich mein Mindestziel erreicht“, sagte Christin Hilmer, die zwar mit einer Medaille liebäugelte, an mehr aber noch nicht glauben mochte. „Große Chancen auf den Titel malte ich mir nicht aus, weil ich nur noch sporadisch trainiere“, sagte sie.
Dabei war es gerade bei diesem Wettkampf wichtig, topfit zu starten. Am zweiten Wettkampftag standen drei Runden über 25 Schuss sowie zusätzlich noch das Finale mit 50 Schuss auf dem Programm. „In dieser langen Zeit die Wettkampfspannung und vor allem die Konzentration aufrechtzuerhalten, ist wirklich schwer“, urteilte Christin Hilmer über den von morgens 9 Uhr bis abends ca. 19.45 Uhr andauernden zweiten Tag.
Hall of Fame
Doch sie zeigte es allen. Im Finale schied nach zunächst zehn Schuss und anschließend alle fünf weitere Schuss eine Teilnehmerin aus. Übrig blieben Christin Hilmer und Bettina Valdorf. Nach 50 Finalschüssen hatten beide 40 Treffer vorzuweisen. Im Stechen trafen beide ihren ersten Versuch. Aber während Christin Hilmer auch ihren zweiten Schuss traf, patzte Bettina Valdorf. Der Sieg stand fest.
„Mir war es wichtig, noch einmal zeigen zu können, dass man bei den Deutschen Meisterschaften schon noch mit mir rechnen muss“, sagte Christin Hilmer, die sich noch über eine weitere Auszeichnung freuen durfte.
Bei ihrem Titelgewinn im Jahr 2019 hatte sie 48 ihrer 50 Finalschüsse getroffen. Das war gleichbedeutend mit der inoffiziellen Einstellung des Final-Weltrekordes bei den Frauen und Männern. Dieses Ergebnis wurde Anfang dieses Jahres in die nationale Hall of Fame der Wurfscheibenschützen aufgenommen. „Das macht mich stolz“, sagte sie.
