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nordwest-zeitung

Zwischenlager AKW Unterweser Deckel vor radioaktivem Müll weicht um Haaresbreite ab

Kleinensiel - Nun auch im Zwischenlager Unterweser: An einem der dort abgestellten Castor-Behälter für hoch radioaktiven Atommüll hat die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) geringfügige Toleranzabweichungen im Deckelsystem festgestellt. Konkret: Es geht um eine reale Abweichung von einigen wenigen Hundertstel Millimeter.

Falsch dokumentiert

Die Sicherheit sei dadurch nicht beeinträchtigt, betont BGZ-Sprecher Burghard Rosen in Essen: „Die Behälter sind weiterhin uneingeschränkt dicht. Überprüfungen an allen Standorten laufen zurzeit.“

Zuvor hatte die BGZ diese Probleme schon an zwei Behältern im Zwischenlager Philippsburg (Baden-Württemberg) und bei einem Behälter in Brokdorf (Schleswig-Holstein) festgestellt. In beiden Fällen habe sie sowohl die jeweilige Atomaufsicht und die Öffentlichkeit informiert.

Und so kam es: Als ein Energieversorgungsunternehmen den Behälter mit Atommüll belud, sei bei der Dokumentation des Blockmaßes des Castor-Deckelsystems während der Eintragung von Daten in die Formblätter ein Fehler passiert. Als das bekannt wurde, habe die BGZ sofort begonnen, die Dokumentation aller bei ihr eingelagerten Behälter zu überprüfen, schildert der BGZ-Sprecher.

Diese Toleranzabweichung sei ein meldepflichtiges Ereignis, über das die BGZ am Dienstag das niedersächsische Umweltministerium als zuständige Behörde unterrichtet habe.


Ereignis der Stufe 0

Es sei ein Ereignis der Stufe 0 auf der achtstufigen INES-Meldeskala; das heißt: „keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung“.

Wegen des Aufbaus des Doppeldeckelsystems und der darin eingebauten permanenten Dichtheitsüberwachung könne die BGZ eine Freisetzung radioaktiver Stoffe ausschließen, sagte Rosen. Es gab keinerlei Meldungen des Überwachungssystems. Zudem habe nach der Blockmaß-Messung im Kernkraftwerk eine Prüfung aller eingesetzten Dichtungen stattgefunden, mit der die Dichtheit der Behälter bestätigt wurde.

Die BGZ stehe an allen Standorten in engem Austausch mit den jeweiligen atomrechtlichen Aufsichtsbehörden und werde die Öffentlichkeit weiter informieren.

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