Garnholt - „Aus dem Krieg hat mein Vater nie besonders viel erzählt“, erinnert sich Adolf Harms aus Garnholt. Der 84-jährige Molkereifachangestellte war damals noch nicht einmal auf der Welt, als sein Vater Johann Friedrich Harms aus dem Ersten Weltkrieg ins Ammerland zurückkehrte.

In Garnholt hatte Harms Senior eine Landwirtschaft und einen Handel mit Kolonialwaren betrieben, bevor der Ammerländer am 25. Januar 1915 den deutschen Streitkräften beitrat. Ein altes Bild zeigt den damals 23-Jährigen am Ende der Ausbildung in Osnabrück mit seinen Kameraden kurz vor der Abfahrt nach Frankreich.

Bis zum Kriegsende diente der Ammerländer in Frankreich, ehe er in ein Lazarett in Bayern verlegt wurde. „Seine Lunge war am Rippenfell festgewachsen und hat ihm das Atmen schwer gemacht“, weiß Adolf Harms. Nach dem Kriegsende nahm Harms Senior die Landwirtschaft in Garnholt wieder auf. Vom Zweiten Weltkrieg blieb er verschont. Er starb am 1. Januar 1955.

Wenn Adolf Harms in seinem Familienalbum blättert, stellt er sich viele Fragen. „Vaters Geschichten waren nie so unheimlich, wie man sich Kriegsgeschichten vorstellt. Es waren eher die kleinen Anekdoten, die er gerne erzählte.“ So zum Beispiel als sein Vater in den Ardennen in Frankreich einen französischen Unterstand stürmen sollte. Zu zweit sollte Harms Senior mit einem Kameraden die Stellung einnehmen. „Als er den Berg heruntergelaufen war, stellte er fest, dass sein Kamerad nicht mitgekommen war. Da hat er schnell die Beine in die Hand genommen und ist geflüchtet“, erinnert sich Adolf Harms an die Erzählung seines Vaters.

Lars Puchler
Lars Puchler Redaktion Lokalsport Ammerland