Westerstede - In der Westersteder Kommunalpolitik deutet sich immer stärker eine Koalition an, die es auf dem Papier gar nicht gibt: CDU und FDP, die im Stadtrat die Mehrheit stellen, und die SPD, die sich von Grünen und Unabhängigen abgegrenzt hat, streben bei wesentlichen Entscheidungen offenbar einen zuvor geführten, engen Dialog an. Kooperativ gab sich in einer jüngst formulierten Stellungnahme CDU/FDP-Gruppensprecher Markus Schneider (CDU): Wir möchten uns zunächst bei der SPD bedanken, unseren Bürgermeister-Kandidaten Klaus Groß zu akzeptieren. Wir erleben mit der SPD seit geraumer Zeit eine gute und konstruktive Art der Zusammenarbeit – trotz aller grundsätzlichen politischen Meinungsunterschiede“, erklärte Schneider in einem Gespräch mit der Nordwest-Zeitung.

Ob sich das auch auf die kommunale Bildungspolitik übertragen lässt, muss sich allerdings noch zeigen. Bekanntlich stehen die Sozialdemokraten eher einer Inte­grierten Gesamtschule (IGS) nahe, während CDU und FDP das noch ziemlich junge Oberschulen-Modell favorisieren. „Ich bin davon überzeugt, dass wir mit der SPD einen gangbaren Weg finden“, demonstrierte Schneider Bereitschaft, sich zu bewegen. Der Gruppensprecher meint, dass man der Oberschule eine Chance geben müsse. Wichtig ist ihm vor allem, Fachleute zu künftigen Schulformen zu hören, denn die, so Schneider, müssten später damit leben.