Westerstede - Es ist einer der beliebtesten Ausflugstipps im Ammerland – der Draisinenspaß. Etwa 12 000 Menschen, darunter viele Touristen, strampelten sich im vergangenen Jahr auf der 14 Kilometer langen Strecke zwischen Westerstede und Ocholt ab. In der neuen Saison kann man den Spaß etwas weniger schweißtreibend angehen: Sieben Draisinen sind mit Elektromotoren nachgerüstet worden.

„Bei uns ist es zwar flach. Trotzdem kam immer wieder die Frage, ob wir auch E-Draisinen haben“, berichtet Geschäftsführer Hermann Börjes. Und da die Westersteder eng mit ihren Draisinen-Kollegen aus dem Hasetal zusammenarbeiten, holte man sich dort die technische Unterstützung. Geld gab es zudem aus dem europäischen Förder­programm „Leader“, so dass die 24 000 Euro teure In­vestition gewuppt werden konnte.

Besonders bei den Club-Draisinen macht sich die Elektrounterstützung bemerkbar. Denn dort gibt es Platz für 16 Mitfahrer, von denen bisher vier die anstrengende Strampelarbeit zu leisten hatten. „Mit der Elektrounterstützung ist das nun auch für Kinder oder ältere Menschen kein Problem“, sagt Inga Benavidez von der Westerstede-Touristik.

Bürgermeister Klaus Groß nannte den Westersteder Draisinenspaß „eine Erfolgsgeschichte“. Erst im Jahr 2006 sei man auf der 1876 erbauten Strecke der Großherzoglichen Oldenburgischen Eisenbahn gestartet. Die Nebenstrecke war bis in die 1980er Jahre als Ausweichstrecke in Betrieb, lag dann viele Jahre brach. Mit den Draisinen bekommen die Gäste nun einen ent­schleunigten Blick in die Natur zwischen Westerstede und Ocholt.

Übrigens: Wer lieber ohne Elektro-Unterstützung unterwegs sein will, kann das. Die herkömmlichen Draisinen können auch in der neuen Saison gebucht werden.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland