Westerstede - Wer in Westerstede zentral gelegenen Wohnraum mit gehobenem Komfort und möglichst angeschlossener Tiefgarage sucht, der darf mit einem wenn auch überschaubaren Angebot rechnen. Solche Wohnungen haben, wie in anderen Mittelzentren Niedersachsens auch, ihren Preis. Dafür bieten sie aber auch eine Reihe von Annehmlichkeiten. Durchschnittsverdiener oder Menschen mit geringem Einkommen werden in Westerstede dagegen nicht so schnell fündig. „Uns fehlt in der Tat ein ausreichendes Angebot an bezahlbarem Wohnraum. Mein Eindruck ist, dass sich auf diesem Gebiet mehr tun müsste“, bestätigte am Montag auf Nachfrage Rolf Streekmann von der Stadtverwaltung.
Ganz ähnlich sieht man das auch in den Kreisen der Westersteder SPD. „Wir haben zu diesem Thema erst unlängst ein Gespräch mit der Geschäftsführerin der Ammerländer Wohnungsbaugesellschaft, Ulrike Petruch, geführt und unsere Sicht der Dinge dargelegt“, erklärte SPD-Vorsitzender Frank Lukoschus in einer Pressemitteilung. Von der Wohnungsbaugesellschaft, so Lukoschus, wünsche man sich ein starkes Engagement in der Kreisstadt, insbesondere auch neue Wohneinheiten zu bezahlbaren Mieten. Ferner, so der SPD-Chef, würde man ein Engagement der Gesellschaft bei der Verwirklichung von Stadtteilkonzepten begrüßen.
Mit Unterstützung aus dem Rathaus kann die SPD bei ihren Bemühungen durchaus rechnen. „Auch wir sind der Meinung, dass in Westerstede mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen könnte. Bislang ist das eher die Ausnahme“, unterstrich Streekmann.
Derweil plagen die Stadt noch ganz andere Immobilienprobleme. Auch im neuen Jahr wird man aller Voraussicht nach weitere Flüchtlinge unterbringen müssen. Doch für diese Menschen gibt es in der Kreisstadt kaum geeignete Wohnmöglichkeiten. „Bei der Suche danach hat uns die Wohnungsbaugesellschaft sehr geholfen. Dennoch muss man feststellen, dass es immer schwieriger wird, geeignete Unterkünfte für Flüchtlinge zu finden“, sagte Streekmann. Allgemein rechnen die niedersächsischen Städte und Gemeinden für das neue Jahr mit ansteigende Zahlen bei den Zuweisungen von Menschen aus fernen Ländern.
