WESTERSTEDE/HANNOVER - In der Frage des EU-Beitritts der Türkei zeigten sich zwei Lager. Bei der Einschätzung von Jugend-Begegnungen herrschte Einigkeit.
von Horst suermann
WESTERSTEDE/HANNOVER - Politik aus erster Hand zu erleben, Fragen nach den Hintergründen zu stellen und die eigene Meinung wirklich an die politisch Verantwortlichen zu bringen – dazu hatten in dieser Woche die Schüler und Schülerinnen der Klasse 11 c des Westersteder Gymnasiums im Landtag in Hannover Gelegenheit.Zusammen mit zwölf Schülern ihrer polnische Partnerklasse aus Breslau und den Lehrern Michael Timpe, Klaus-Peter Mensing (Westerstede), Magda Romanowska und Sabine Richter (Breslau) waren sie zu einer Diskussion zum Prozess der europäischen Einigung von Landtagspräsident Jürgen Gansäuer zum Gespräch mit Landtags- und Europaabgeordneten eingeladen worden. Vorausgeschickt hatten die Schüler einen Fragenkatalog, mit dessen Hilfe sich die neun beteiligten Abgeordneten des Landtags, darunter der Ammerländer MdL Jens Nacke (CDU), vorbereiteten.
Bei den Antworten stellten die Westersteder deutliche Unterschiede fest. Bei der Frage nach dem möglichen EU-Beitritt der Türkei beispielsweise zwischen SPD (die sich positiv dazu stellt) und CDU (die dem eher reserviert gegenübersteht). „Da gab es deutlich zwei Lager“, war die Erkenntnis der Jugendlichen.
Erfreut reagierten die Schüler auf die positive Haltung der Abgeordneten gegenüber der deutsch-polnischen Begegnung. Nacke beispielsweise verglich solche Begegnungen mit denen des deutsch-französischen Jugendwerks und erwartet eine ähnlich große Dynamik wie bei den Kontakten zwischen Deutschen und Franzosen – eine Einschätzung, die die Schüler aus eigener Erfahrung bestätigen konnten.
Überrascht waren die Diskussionsteilnehmer, als ein polnischer Schüler nach einem möglichen EU-Beitritt der Ukraine, dem Nachbarland des EU-Mitglieds Polen, fragte und eine Abgeordnete einen solchen Beitritt mit den Worten „kommt gar nicht in Frage“ zurückwies.
Und ein wenig geärgert haben sie sich darüber, dass die ihrer Ansicht nach „gute“ und „hochinteressante“ Diskussion verkürzt werden musste, nur weil ein Professor als Redner statt eines Kurzvortrages eine Vorlesung hielt und neben seinem eigenen auch gleich das Zeitkontingent der Schüler mit ausschöpfte.
