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Hebammenmangel Im Nordwesten: „Es muss jetzt was passieren“

04.12.2018

Westerstede Eine Postkarte des Deutschen Hebammenverbandes bringt es auf den Punkt: „Ein Wunder, hier draußen eine Hebamme zu finden“, steht dort in großen Lettern. Gezeigt ist ein Piktogramm, das an die Weihnachtsgeschichte erinnert. Vielen werdenden Müttern geht es genauso – längst nicht mehr nur in ländlichen Bereichen. Die Versorgungsengpässe werden immer gravierender. „Es gibt keine Stelle, die nicht unter dem Hebammenmangel leidet“, findet Hilke Schauland, 2. Vorsitzende des Hebammenverbandes Niedersachsen, am Montagnachmittag deutliche Worte.

Die Mitglieder eines Lenkungskreises, der sich mit der sogenannten „Westersteder Erklärung“ dafür einsetzt, dass im Nordwesten ein Studienstandort mit dem Studiengang „Hebammenwissenschaft“ eingerichtet wird, trafen sich im Schokoladenhotel Voss in Westerstede mit Vertretern der Bundes- und Landesregierung. Der Appell ist unmissverständlich: „Es muss jetzt was passieren. Finanzielle und personelle Ressourcen müssen gebündelt werden, damit wir schnellstmöglich ein Konzept auf dem Tisch haben“, sagte Veronika Bujny, 1. Vorsitzende des Hebammenverbandes Niedersachsen, zum Abschluss eindringlich. Denn: Deutschland ist das einzige Land der EU, das die Hebammenausbildung noch nicht akademisiert hat. „Wir sind das Schlusslicht“, so Bujny.

Dass sich der Bereich weiterhin negativ entwickelt, zeigt aktuell die Schließung des Kreißsaales des Wittmunder Krankenhauses zum Jahreswechsel. Seit 1991 haben laut Aussage von Hilke Schauland rund 40 Prozent der Kreißsäle geschlossen – eine alarmierende Entwicklung. „Die Wahlfreiheit der Frauen ist nicht mehr gegeben“, fasste Doris Achelwilm, Mitglied des Deutschen Bundestages für die Partei Die Linke, zusammen. Sie ergänzte: „Das Problem der Hebammenversorgung trifft im doppelten Sinne Frauen – auf der Seite des Berufsstandes und auf der der Gebärenden.“ Sie befand, dass Geburtshilfe keinesfalls als Luxus angesehen werden dürfe.

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Ähnlich sah es Meta Janssen-Kucz, die Vizepräsidentin der Grünen im Niedersächsischen Landtag. In ihren Augen sei es derzeit „schon eher fünf nach als fünf vor zwölf“. Sie konstatierte: „Die Nordwest-Region ist prädestiniert dafür, in diesem Thema voranzuschreiten.“

Gitta Connemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte: „Der Hilferuf ist ein deutliches Signal aus dem Norden für ganz Deutschland. Wir werden das sehr ernst nehmen und unsere Hausaufgaben machen.“ Darunter verstand sie auch, sich der Änderung des Hebammengesetzes zu widmen, das bereits seit 1985 unverändert ist.

Imke Harms Reporterin / Redaktion Wildeshausen
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