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NWZonline.de Region Ammerland Gemeinden Westerstede

Bestrahlungsgerät als Luftfracht

02.10.2017

Westerstede Ungewöhnliche Luftfracht wurde am Wochenende nun im Ärztehaus hinter dem Klinikzentrum Westerstede zugestellt: Ein neues Bestrahlungsgerät – 4,4 Tonnen schwer – wurde am Samstag aus Bremen geliefert und anschließend mit einem Schwerlastkran in die Räume des Zentrums für Strahlentherapie und Radioonkologie gebracht. Damit verfügt die Strahlentherapie im Ärztehaus nun über einen zweiten sogenannten Linearbeschleuniger, jedes der Geräte hat einen Wert von rund 1,5 Millionen Euro.

In Bremen war das neue Westersteder Bestrahlungsgerät bislang betrieben worden. Der Umzug ins Ammerland sei notwendig, um die Nachfrage in Westerstede decken zu können, erklären die Klinikleiter Prof. Dr. Ulrich Carl und Prof. Dr. Robert Hermann. Stetig gestiegene Patientenzahlen aus dem gesamten Nordwesten hätten dazu geführt, dass die Strahlentherapie im Ärztehaus, die unter anderem eng mit der Ammerland Klinik zusammenarbeitet, dringend mehr Kapazitäten benötigt hätte.

„Der Zuspruch, den unsere Klinik genießt, zeigt, dass die Menschen uns vertrauen“, sagt Hermann. „Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt“, betont Klinikleiter Carl. „Bei der Strahlentherapie geht es darum, die körperliche Integrität der Patienten zu erhalten; gemeinsam für das Leben zu arbeiten.“ Durch eine (schwere) Erkrankung seien die Menschen bereits traumatisiert, so dass die Behandlung nicht nur die Ursache, sondern den gesamten Menschen umfassen müsse. Dazu gehöre es auch, möglichst schonend zu heilen. Durch die Kombination von systemischer Therapie (die herkömmlichen medikamentöse Behandlung) und Operationen mit der Bestrahlung könne die Zahl derjenigen deutlich gesenkt werden, die erneut erkranken würden. So würden sich z.B. nach erfolgreicher Bestrahlung neue Tumore weit weniger bilden.

Bei der Strahlentherapie gäbe es auch Nebenwirkungen wie z.B. Hautreizungen, diese seien aber aber nach kurzer Zeit meist restlos verschwunden. „Wir können bei der Therapie die Organe erhalten“, sagte Klinikleiter Carl. Eine Entfernung etwa des Kehlkopfes oder der Brust sei meist nicht mehr notwendig. Der Linearbeschleuniger bestrahlt aber nicht nur Tumore. Auch schmerzhafte Erkrankungen des Skelettapparates könnten behandelt werden. „Röntgenstrahlungen werden in geringer Dosis abgeben“, erklärt Ulrich Carl. Und auch die Zeit der Bestrahlung sei gering, von weniger als fünf Minuten in der Onkologie bis zu 30 Sekunden bei Gelenkentzündungen. Zudem erfolgt sie punktgenau nach spezieller, individueller Berechnung.

Die beiden Bestrahlungsgeräte, die es nun in der Strahlentherapie des Ärztehauses gibt, sind baugleich, sie sollen als Tandem betrieben werden. „So vermeiden wir Umstellungsschwierigkeiten bei der Benutzung der Geräte“, erklärt Carl. „Wir freuen uns, mit der zusätzlichen Maschine nun eine weitere zuverlässige Möglichkeit zu haben, um den Menschen helfen zu können.“