WESTERSTEDE - WESTERSTEDE/LOH - „Wir haben sehr viel medizinische Information bekommen und vor allen Dingen die Einweisung in die richtige Spezialklinik“, erzählt Marga H. Die Westerstederin ist seit 30 Jahren an Parkinson erkrankt und sehr dankbar dafür, dass es in der Kreisstadt eine Selbsthilfegruppe gibt.
Auch der Westersteder Heino G., vor 17 Jahren an der noch unheilbaren Krankheit erkrankt, nimmt regelmäßig seit zehn Jahren am monatlichen Treffen im Evangelischen Haus teil. „Man nimmt viel mit und es ist eine fröhliche Gruppe" erklärt er. Dem pflichtet Heinrich H., der seit etwa fünf Jahren Mitglied ist, bei.
Aus Rastede kommt Meike R. Bereits im jungen Alter von 33 Jahren erhielt sie 1995 die Diagnose Parkinson. In der Westersteder Gruppe ist sie erst seit kurzem: „Vorher bin ich nach Oldenburg gefahren.“ Meike, die die Krankheit von ihrer Mutter geerbt hat, freut sich über den Austausch und die Gespräche untereinander.
Am 14. Oktober 1996 wurde die Gruppe gegründet. Das Jubiläum war Anlass einer kleinen Feierstunde im Evangelischen Haus, an der gut 50 Gäste teilnahmen. Sigrid Brand, die gemeinsam mit Gudrun Wessels und Heinz zur Brügge – alle drei Angehörige von Betroffenen – die Gruppe ins Leben rief, betonte, es sei wichtig, Ängste und Sorgen zu besprechen. „Aber wir wollen auch fröhlich miteinander sein.“
Pastor Michael Kühn lobte die Selbsthilfegruppe, die heute eine feste Größe sei, als sehr gut organisiert.
„Der Erfolg der Selbsthilfegruppe beruht vor allem auf Eigeninitiative und Eigenverantwortung ihrer Mitglieder“, betonte Bürgermeister Klaus Groß, der von der Stadtverwaltung ein Geldgeschenk zum zehnjährigen Bestehen überreichte. Weitere Gratulanten, wie Ehrenbürgermeister Manfred Hüniken und Professor Uwe Besinger von der Ammerland-Klinik schlossen sich an.
„Wir sind eine offene Gruppe, unternehmen kleine Ausflüge, veranstalten Feste, Diavorträge oder singen. Betroffene und Angehörige heißen wir zu unserem Treffen an jedem dritten Montag im Monat ab 17 Uhr im Evangelischen Haus in der Kirchenstraße herzlich willkommen“, rief Sigrid Brand weitere Betroffene zur Teilnahme an den Runden auf.
