Wiefelstede - „Hat sie heute Strümpfe an?“ Das fragen sich die meisten Borbecker, wenn Michaela Osterdorf bei ihnen vor der Tür steht. Den Namen ihrer Bezirksvorsteherin kennen sie. Ihre Vorliebe für nackte Füße in Sandalen zu jeder Saison auch – und das seit zehn Jahren. So lange nämlich, ist die gelernte Bäckerin schon Schnittstelle zwischen Gemeinde und Bürgern.

Dafür dankte ihr Wiefelstedes Bürgermeister Jörg Pieper am Donnerstagnachmittag mit lobenden Worten, Blumen, Präsenten und einer Urkunde. „Andere Gemeinden haben das Amt längst abgeschafft – uns ist es wichtig, dass die Einwohner einen Ansprechpartner in der Nachbarschaft haben“, sagte er. Insgesamt 20 Bezirksvorsteher gibt es in Wiefelstedes Bauerschaften. Am längsten ist Heinz Friedrichs dabei: seit 37 Jahren. Und obwohl er als Dienstältester und Sprecher der Ehrenamtskollegen einige Schwanks in petto hat, steuerte er an diesem Nachmittag vorrangig Blumen bei. Schließlich war Michaela Osterdorf die Ehrendame.

Vor zehn Jahren hat sie die Nachfolge des damals verstorbenen Wilhelm Stolles angetreten. „Was Willi kann, kann ich auch“, habe sie sich gedacht. Während anfangs noch Viehzählungen zum Aufgabengebiet der Bezirksvorsteherin gehörten, steht heute Kontaktpflege zu den Zweibeinern auf dem Programm. „Schnacken“, fasst die 60-Jährige zusammen. Natürlich hat sie auch offene Ohren für Probleme, Anregungen und Beschwerden, die sie dann an die Gemeinde weitergibt.

Im Amt bleiben möchte Michaela Osterdorf „bis sie mich rausschmeißen“. Aber da braucht die unbesockte Dame wohl keine kalten Füße zu kriegen.