Wiefelstede - Der Streit um den Neubau einer Gymnastikhalle für den TV Metjendorf geht in die nächste Runde. In der Sitzung des Ausschusses für Sport und Kultur am Dienstagabend im Sitzungssaal des Wiefelsteder Rathauses stimmten die Mitglieder einstimmig für eine Vertagung des Antrages und folgten damit dem Wunsch des TVM-Vorstandes. Stattdessen wird es nun zu einem runden Tisch kommen, an dem sowohl die Gemeindeverwaltung und der TVM als auch der SVE Wiefelstede teilnehmen werden.
Zu wenig Nutzungszeiten
Hintergrund ist, dass der TVM wesentlich mehr Bedarf an Hallenkapazitäten hat, als ihm derzeit zur Verfügung stehen – auch, weil der SVE Wiefelstede Metjendorfer Hallenzeiten für seine Handballer beansprucht. Im Mai hatte der Sport- und Kulturausschuss gegen Zuschüsse für den Hallenbau gestimmt, der Rat hatte im Juli keinen Beschluss gefasst, da es noch zu viele offenen Fragen gegeben hatte.
Bevor der Ausschuss diskutierte, machte Manfred Schulz (Leiter der Finanzen im TVM) im Namen des Vorstandes klar, „dass der Verein eigentlich nur die Hallennutzungszeiten in der großen Sporthalle in Metjendorf zurück erhalten will“. Die Bauvarianten würden sowohl für die Gemeinde als auch für den TVM eine unnötige finanzielle Belastung darstellen.
Der Verein hoffe auf einen Kompromiss, und dass „der Donnerstag zur Nutzung der Halle freigegeben wird“, sagte Schulz. Dies sei möglich, ergebe die Auswertung der in dem Ausschuss vorgelegten Hallennutzungszeiten beider Vereine. Der SVE müsse aber „flexibel und kompromissbereit sein“. Derzeit empfinde man sowohl die Verteilung der Hallenzeiten (SVE sieben Tage, TVM drei Tage) als auch den Umgang miteinander als „nicht akzeptabel“. Deswegen wolle man den Antrag auf den Hallenbau erneut vertagen, stattdessen zu einem Gespräch zusammen kommen.
Nicht nach Neuenkruge
CDU-Mann Heinz-Gerd Claußen sagte, dass es nicht leicht sei, Metjendorfern zu erklären, wieso sie nach Neuenkruge fahren sollen, weil Wiefelsteder in ihrer Halle trainieren. Es müsse möglich sein, Hallennutzungen auszutauschen. Gerold de Boer (Grüne) prognostizierte hingegen, „dass es am Ende wohl eh zu einem Neubau kommen wird“. Die Zahlen würden zeigen, dass neue Kapazitäten nötig sind. „Sportangebote müssen direkt vor Ort sein“, stellte de Boer fest. Hartmut Bruns (FDP) forderte, den Antrag zu vertagen und in neue Gespräche einzusteigen – der Ausschuss stimmte bei einer Enthaltung (de Boer) zu.
Bürgermeister Jörg Pieper gestand ein, „dass es schwer wird, die Interessen der beiden Vereine unter einen Hut zu kriegen“. Bisher habe es noch keine gemeinsamen Gespräche von Verantwortlichen an einem runden Tisch gegeben, die Verwaltung trete selbstverständlich gerne als Vermittler auf. Sie wird nun einen Termin festlegen und eine Einladung an die Vereinsvertreter schicken. Der Hallenstreit hat noch längst nicht seine letzte Runde erreicht...
