Ofenerfeld - Ob World Cup, Weltmeisterschaft oder Übungsabend daheim im örtlichen Verein: „Die Regeln und die Ausgangsbedingungen fürs Pfeifelangsamrauchen sind immer dieselben“, weiß Lutz Helm. Die qualmenden Kombattanten gehen mit drei Gramm Tabak, einem Stopfer und zwei Streichhölzern an den Start. Alle Teilnehmer erhalten dabei identische Pfeifen. Und wer es schafft, seine Pfeife nicht nur vernünftig anzuzünden, sondern den Tabak in ihr auch am längsten am Glimmen zu halten, der gewinnt.
So hatte sich Helm, Vorsitzender des Pfeifenklubs „Einigkeit“ Ofenerfeld, erst kürzlich den Titel des Norddeutschen Meisters in Neuengamme „erqualmt“ (die NWZ berichtete). Am vergangenen Wahlsonntag waren Helm und vier weitere Vereinsmitglieder nun beim World Cup im spanischen Figueres am Start. „Beim World Cup starten nur Mannschaften“, nennt Helm den Unterschied zur Weltmeisterschaft, bei der auch Einzelraucher antreten. Rund 220 Raucherinnen und Raucher aus den USA, Korea, Ungarn, den Niederlanden, Schottland, Japan, Russland, Belgien, England, Portugal, Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien und weiteren Nationen stellten sich dort dem Team-Wettkampf, bei dem die drei besten Raucher der fünfköpfigen Mannschaften gewertet werden. Letztlich schafften die Ofenerfelder einen „achtenswerten mittleren Platz“ wie Helm erklärte. Aber: „Dabei sein ist alles“, trösteten sich die Ammerländer, zu denen auch Uwe Wichman, Benjamin Buhr, Udo Heiduk und Udo Buhr gehörten.
Am 17. November treten die Ofenerfelder bei der vereinseigenen Meisterschaft an. „Da wird traditionell die Tonpfeife geraucht – mit dann zwei Gramm Tabak. Und wir rauchen nur bei dieser Veranstaltung nicht nur möglichst langsam, sondern auch möglichst schnell“, sagt Helm.
2019 ist der Pfeifenklub „Einigkeit“ Ofenerfeld mit seinen derzeit 200 Mitgliedern wieder mal Ausrichter der Norddeutschen Meisterschaft. Zunächst steht 2018 aber die Weltmeisterschaft in Japan an. „Wir wissen aber noch nicht, ob wir teilnehmen werden“, sagt der Vorsitzende. Schließlich kostet eine solche Reise auch viel Geld – und Zeit benötigt man auch.
Beim World Cup in Spanien siegte ein Team aus Italien, die beste Zeit „errauchte“ ein Russe: Er hielt seine drei Gramm Tabak für mehr als zwei Stunden am Glimmen.
