Wiefelstede - Vor genau 70 Jahren wurde der Defibrillator erstmals bei Operationen vom Chirurgen Claude Beck (Case Western Reserve University) eingesetzt – seitdem hat sich der kleine Lebensretter immer weiter entwickelt.
Ein Defi, wie es im Ärztejargon heißt, beendet mit Elektroschocks ein gefährliches Kammerflimmern des Herzens oder andere lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen. Mit einer nachfolgenden Herzdruckmassage steigt die Überlebenschance auf bis zu 70 Prozent.
Fünf Geräte in Gemeinde
Die sogenannten automatisierten externen Defibrillatoren (AED) sind wegen ihrer Bau- und Funktionsweise besonders für Laienhelfer geeignet. Auch in der Gemeinde Wiefelstede sind an einigen Orten solche Defibrillatoren zugänglich.
Zum Beispiel im Swemmbad Wiefelstede und im Freibad Neuenkruge, wie Marcus Aukskel von der Gemeinde berichtet. Ein weiterer hängt in der Raiffeisenbank Wiefelstede. Auch bei „Betriebsbedarf Uwe Onken“ steht ein Gerät zur Lebensrettung bereit. Doch nicht nur das, die Firma vertreibt die Geräte auch, teilt Nina Onken mit. „Wir verkaufen auch an Privatpersonen, aber zum Großteil eher an Firmen, Unternehmen oder Banken“, erklärt Onken. Im Schnitt koste ein AED ab 1200 Euro, je nachdem was für ein Modell gewünscht ist.
In Zukunft wird es einen Defibrillator auch beim Schützenverein Wiefelstede geben. Im Dezember vergangenen Jahres hatte der Verein bei einer Verlosung der Raiffeisenbank teilgenommen, und eines von zwei Geräten gewonnen. „Wir haben mitgemacht, weil man damit Leben retten kann“, erklärt Präsident Dirk Siemen.
Im Bereich der Schützenhalle wird alsbald ein Defibrillator angebracht, zuvor wartet aber noch ein Lehrgang auf einige Mitglieder. Dann wird das Gerät installiert. Dieses könnte beim traditionellen Schützenfest Sicherheit bieten, denn da kommen stets zahlreiche Besucher auf den Festplatz.
Jeder kann es nutzen
Vor dem Einsetzen eines Defibrillators brauche niemand Angst haben, erklärt Thorsten Rabe, Leiter des Rettungsdienstes beim Rettungsdienst Ammerland. Mit dem Gerät verbunden sind zwei Kabel mit Klebeelektroden. Auf diesen ist aufgezeichnet, wo auf dem Körper sie anzubringen sind. Nach dem Einschalten funktioniert das AED selbsterklärend. „Ob ich den Defibrillator dann wirklich brauche, sagt mir das Gerät“, betont Rabe.
Mit Sprachbefehlen weist das Gerät die nötigen Schritte an – lässt einen Schock auslösen oder bittet den Helfer eine Herzdruckmassage durchzuführen. „Man kann nichts verkehrt machen“, sagt Rabe. Beim Kammerflimmern werden die Organe nicht mehr genügend mit Sauerstoff versorgt. Zudem könne man ein flimmerndes Herz nicht reanimieren, fügt Rabe hinzu.
Bis zum Eintreffen des Notarztes könnte so wertvolle Zeit verloren gehen – der Defibrillator verkürzt das sogenannte „versorgungsfreie Intervall“.
