WIEFELSTEDE - Eine Arbeitsgemeinschaft des Ortsbürgervereins war von Haus zu Haus gegangen. 75 Prozent der Bürger lehnen die Südtrasse ab.

Von Christian Bartsch

WIEFELSTEDE - Um die Küstenautobahn A22 ist es ruhiger geworden – doch vielerorts laufen die Aktivitäten im Stillen weiter. So auch in Bokel, wo die Arbeitsgemeinschaft „Keine Autobahn zwischen Bokel, Nuttel, Dingsfelde und Wiefelstede“ des Ortsbürgervereins (OBV) Bokel in den vergangenen Wochen eifrig Unterschriften gesammelt hat. Nun haben Jens Lübben und Reiner Lübbe die insgesamt 445 Namen umfassende Liste im Auftrag des OBV an Wiefelstedes Bürgermeister Helmut Völkers übergeben.

„Die Liste hat einen Mangel“, sagte Völkers beim ersten Durchblättern, „mein Name fehlt.“ Denn die Position der Bokeler Arbeitsgemeinschaft decke sich voll und ganz mit den Ansichten der Gemeinde Wiefelstede. Bei der Prüfung der möglichen Trassenvarianten habe auch die Gemeinde „nur sehr wenige Pluspunkte für eine Südtrasse gefunden“, sagte Völkers. Als Verbindung zwischen Wesertunnel und Westerstede sei sie ohnehin „unlogisch“. Als kleine Gemeinde habe Wiefelstede zwar nicht so viel Gewicht, wenn es später einmal um die Wahl der Trasse gehe, „doch auch die größeren Nachbargemeinden sind auf dieser Linie, die Südtrasse hat nur wenige Unterstützer“.

Die Unterschriftenliste, versprach Völkers, werde er dem Gemeinderat zur Kenntnis vorlegen und auch an die zuständige Landesstraßenbehörde in Lüneburg weiterleiten.

Von Haus zu Haus waren die Mitglieder der OBV-Arbeitsgruppe in den einzelnen Ortschaften gegangen, um in jedem Haushalt jeden Bürger ab 16 Jahren nach seiner Meinung zu fragen. „In Bokel wird die Südtrasse von 65 Prozent abgelehnt, in Nuttel von 74 Prozent und in Dingsfelde sind es über 90 Prozent“, gibt Jens Lübben Auskunft. Für alle drei Orte zusammen ergibt sich eine Ablehnungsquote von 75 Prozent. „Sie haben sich eine Menge Arbeit gemacht, dafür danke ich ihnen“, lobte Völkers die Aktion.