WIEFELSTEDE - WIEFELSTEDE - „Vielleicht gehe ich selbst einmal in die Politik“, dachte Hergen Osterloh laut nach. „Auf den Geschmack gekommen“ ist er in dieser Woche, als er den Wiefelsteder CDU-Landtagsabgeordneten Jens Nacke begleiten durfte: zur Molkerei Ammerland und zur Justizvollzugsanstalt Oldenburg, zur Fraktionssitzung der CDU in Hannover, zur Hauptversammlung der CDU Apen/Augustfehn oder ins Ammerländer Büro des Abgeordneten.

Der 24-Jährige und seine Mitschülerin Carina Wermter (23) – beide besuchen die Fachoberschule Wirtschaft in Rostrup – hatten das Angebot des Abgeordneten genutzt, sich „in der großen und kleinen Politik“ umzusehen. „Die Meinung über Abgeordnete war noch nie so schlecht wie jetzt“, meinte Nacke, der die jungen Leute eingeladen hatte. Damit sollten Vorurteile abgebaut, aber auch junge Erwachsene direkt an die Politik herangeführt werden: „Ich wollte zeigen, was wirklich gemacht wird.“

„Wir haben nicht nur einen CDU-Politiker kennen gelernt, sondern auch den Menschen Jens Nacke“, resümierten Carina und Hergen nach dem Praktikum. Dafür hatte der Abgeordnete übrigens keine speziellen Termine „gebastelt“; er hielt sich an den schon bestehenden Terminplan. Die jungen Leute wurden bei den Treffen integriert. „In der Molkerei konnten wir ganz offen mit den Geschäftsführern sprechen“, hieß es. Gerade hier konnten die Praktikanten ihre Erfahrungen aus dem Wirtschaftsunterricht einbringen. In der Justizvollzugsanstalt (Nacke leitet den Arbeitskreis Strafvollzug und gehört dem Rechtsausschuss an) „konnten wir Dinge besichtigen, die man sonst nicht sieht“.

In der Landtagsfraktion ging es nicht nur um das Abschiebungsverfahren Zahra Kameli, sondern auch um Studiengebühren – einThema, das bald auch auf die Schüler zukommt. Welche Probleme „vor Ort“ behandelt werden, erfuhren die Praktikanten bei der Hauptversammlung der CDU Apen/Augustfehn.

„Wir haben ungeheuer viel über Parteien und Politik gelernt“ fasste Carina Wermter zusammen. „Jetzt sehen wir manches anders“, fügte Hergen Osterloh hinzu.

Auch bei Jens Nacke hinterlassen sie einen „bleibenden Eindruck“: er wird etliche Vorschläge der beiden zu seinem Internet-Auftritt berücksichtigen.