WIEFELSTEDE - Langsam geht es auch hier in Medellin auf Weihnachten zu! Die Straßen und Häuser werden mit Lichtern behängt und in den kleinen Parks, die es hier häufig gibt, werden Krippen aufgestellt und andere weihnachtliche Dekorationen: Der Weihnachtswahnsinn beginnt.

Alles blinkt und glitzert – und wenn man in Deutschland mal ein Haus sieht, das in der Vorweihnachtszeit ein wenig üppiger dekoriert ist: Hier in Medellin sieht zu dieser Zeit einfach fast jedes Haus so aus. Selbst der Fluss, der durch Medellin fließt, ist mit glitzerndem Kram behängt, der allerdings nicht im geringsten etwas mit Weihnachten zu tun hat. Zum Beispiel findet man dort Fische, Heißluftballone und andere Dekorationen. Aber nicht nur die Straßen und Häuser werden außen weihnachtlich, auch drinnen merkt man, dass es wohl langsam auf Weihnachten zugehen muss: Überall stehen Weihnachtsbäume. Auch in unserer Einrichtung merken wir deutlich, dass das Fest näher rückt, denn unser Chor probt mittlerweile zweimal die Woche. Es werden ausschließlich Weihnachtsleider gesungen, zudem üben wir gerade ein Krippenspiel ein. Einen kleinen Weihnachtsbaum haben wir auch und in jedem Klassenzimmer stehen selbst gebastelte Krippen. Jeden Freitag wird eine Weihnachtsgeschichte vorgespielt von den Kindern. Und ab und zu hört man die Kinder verträumt Weihnachtslieder trällern. Einer meiner Schützlinge spricht des öfteren von „navidad“ (Weihnachten) und „vacaciones“ (Ferien). Wir Freiwilligen allerdings haben derzeit noch Mühe, weihnachtliche Gefühle zu entwickeln. Uns fehlen hier ein wenig das kalte Wetter, ein Weihnachtsmarkt und der Glühwein. Aber das will ich nun ändern: Ich habe schon einen Adventskranz für meine Familie gebastelt und einen Adventskalender genäht, jetzt fehlen nur noch die Bratäpfel. Ich hoffe, dann wird auch mir weihnachtlich zumute sein. Ansonsten wird hier in Kolumbien Weihnachten genauso gefeiert wie in Deutschland. Am 24. Dezember geht man in die Kirche, es gibt gutes Essen und um Mitternacht werden die Geschenke aufgemacht. Allerdings kennen die Leute hier keinen Adventskalender, keinen Adventskranz – und auch keinen Nikolaus. Dafür gibt es hier ein anderes Fest, ein Fest der Lichter vom 8. bis 9. Dezember. Jeder zündet Lichter an und die ganze Stadt wird beleuchtet und es wird gefeiert. Ich bin gespannt, wie das wird. Allerdings werde ich hier kein Weihnachtsfest in einer Familie mitbekommen, da ich für drei Wochen an die Karibikküste fahren und dort auch ins neue Jahr hineinfeiern werde. Darauf freue ich mich schon sehr, denn so langsam aber sicher brauche ich einmal Urlaub.

In den nächsten Tagen werden wir zum Abschluss des Jahres mit den Kindern auf eine Finca fahren, oder sie werden eine Nacht in der Fundacion schlafen. Danach gibt es noch ein Krippenspiel mit einer Messe, bei der auch alle Eltern mit eingeladen werden. Und dann beginnen am 17. Dezember die Ferien. Am 12. Januar 2012 geht es dann wieder richtig los (wird fortgesetzt).