Landwirte, Jäger, Angler und Imker setzen in Aurich gemeinsam im Aktionsbündnis „Gemeinsam zur Artenvielfalt“ einen „Ostfriesischen Weg“ um. Sie setzen sich für Naturschutz und Artenvielfalt ein – ein mögliches Vorbild für die Region."> Navigation überspringen
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Naturschutz im Bündnis Der „Ostfriesische Weg“ als Zeichen für die Artenvielfalt

Jens Nähler

Großefehn/Wiesmoor - Artenvielfalt – dieses Thema beschäftigt nicht nur Landesregierung, Landwirtschaftskammer, Naturschützer und das Landvolk bei ihren gemeinsamen Bemühungen für einen Niedersächsischen Weg. Auch das vor allem in Aurich, Emden und Norden aktive Aktionsbündnis „Gemeinsam zur Artenvielfalt“ (GzA) sieht sich hier besonders gefragt – denn der Name sei seit der Gründung 2012 auch Programm. Umso bedauerlicher sei es aber auch, „dass zwei der wichtigsten Naturschutzverbände – die Jäger mit 54.000 Mitgliedern sowie die Angler mit 98.000 Mitgliedern – nicht an dieser Rahmenvereinbarung beteiligt wurden“, ist Werner Klasing, Präsident des Anglerverbandes, enttäuscht. Diese Kritik sei auch bereits vor den Ministern Olaf Lies und Barbara Otte-Kinast geäußert worden.

Zusammenschluss und Miteinander

Das Aktionsbündnis GzA habe viele nachhaltige Projekte für den Erhalt der Artenvielfalt und des Naturschutzes umsetzen können, betont Sprecher Onno Reents, der zugleich Vorsitzender der Jägerschaft Aurich ist, in einem Pressegespräch. Seitdem arbeiten darin Angler, Imker, Jäger und Landwirte zusammen – trotz mitunter anderer Interessen. Reents, der für die Gruppe kostenlos jedes Jahr das Saatgut ausgibt, sagt: „Wir haben vieles gemeinsam durch ein vernünftiges Miteinander auf Augenhöhe bewegt – obwohl die verschiedenen Gruppen nicht immer der gleichen Meinung sind.“ Das betont auch Imker Michael Murra: „Naturschutz geht nicht ohne Landwirte und Landwirtschaft ohne Naturschutz geht genauso wenig“, sagt er. Deswegen sei es wichtig, dass man gemeinsam an einem Strang ziehe.

Umso mehr wünschten sich die Vertreter der GzA, dass ihr Modell, der „Ostfriesische Weg“, auch in anderen Regionen angewendet wird. Denn eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, wie sie im Aktionsbündnis seit 2012 gelänge, sei erfolgversprechender als eine übergestülpte gesetzliche Verordnung.

„Gesetze sind eine Hemmschwelle“

Deswegen sieht das GzA das Volksbegehren Artenvielfalt auch besonders kritisch und befürwortet stattdessen die Rahmenvereinbarung des geplanten Niedersächsischen Wegs, die weit mehr als nur eine Absichtserklärung sei und in gemeinsamen, von verschiedenen Interessengruppen erarbeiteten Gesetzen enden werde. Trotzdem: Gesetzliche Reglementierungen, verbunden mit Eingriffen in das Eigentumsrecht, sind aus Sicht des GzA nicht der richtige Weg: „Gesetze sind eine Hemmschwelle“, sagt Jäger Onno Reents. Bei einer freiwilligen Teilnahme sei die Motivation höher, sich mehr einzubringen als notwendig – vor allem, wenn die Beteiligten sehen, dass ihre Bemühungen erfolgreich sind. So seien durch die Aktivitäten des Bündnisses bisher auf über 110 Hektar mehr als 8000 Obstbäume gepflanzt und jährlich mehr als 70 Hektar Blühflächen angelegt worden.

„Wir sind für Artenvielfalt, wer ist das nicht?“, betont Landwirt Hartwig Frühling in einer Pressemitteilung des GzA: „Immer mehr Landwirte legen freiwillig Blühstreifen an und beteiligen sich auch an anderen Maßnahmen wie etwa dem Wiesenvogelschutz.“

Auch wenn der Niedersächsische Weg daher nicht das Optimum sei, stelle die Zusammenarbeit aber einen guten gemeinsamen Start für die Zukunft dar und ist aus Sicht des GzA erfolgversprechender als eine „übergestülpte gesetzliche Verordnung“, wie sie durch das Volksbegehren erreicht werden solle. Als Alternative zum eigenen Ostfriesischen Weg befürwortet das Bündnis daher ausdrücklich die Bemühungen des Niedersächsischen Wegs für Natur-, Arten- und Gewässerschutz.

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