WIESMOOR - Die Befürchtungen, die die Mitglieder der Bürgerinitiative 'Pro Notdienst.de' Wiesmoor/Großefehn gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) im Vorfeld der Zusammenlegung der Notdienstkreise äußerten, haben sich bewahrheitet. Das schreibt BI-Sprecherin Marion Knoche (Wiesmoor) in einer Pressemitteilung

'Der hausärztliche Bereitschaftsdienst ist gerade für die Senioren nicht hinlänglich erreichbar. Wer unter der 116117 nach einem Hausarzt verlangt, landet zunächst in einer Telefon-Warteschlange. Allein das Erreichen des betreffenden Koordinators stellt viele Senioren vor eine unüberbrückbare Hürde', erklärt Knoche. Und wenn der Hausarzt dann erreicht ist, würden zum Teil fragwürdige Ratschläge gegeben. Die BI-Sprecherin: 'Da soll ein Senior, 80 Jahre alt, seinen sehr kranken Ehepartner in eine Wolldecke packen und zur Notaufnahme ins Auricher Krankenhaus bringen. Oder es wird empfohlen, bestimmte Medikamente aus der nächsten Apotheke zu holen. Wenn dann die Notwendigkeit eines Arztbesuches erkannt wird, wartet der Patient über Stunden auf diesen Besuch.'

Für die Mitglieder der Bürgerinitiative ist es nicht verwunderlich, dass die Patienten, die noch mobil sind, sofort in die Notaufnahme der Ubbo-Emmius-Klinik in Aurich begeben. Marion Knoche: 'Diese ist dann zu den Bereitschaftsdienstzeiten des hausärztlichen Notdienstes hoffnungslos überfüllt, das Personal dort arbeitet am Limit. Das ist so extrem, dass es sogar vorkommt, dass Rettungswagen die Notaufnahme nicht mehr anfahren können.'