WIESMOOR - Es ist gar nicht so selten, dass die in Hamburg lebende Künstlerin Dagmar Aden ihrer alten Heimat Wiesmoor einen Besuch abstattet. Und trotzdem war die Ausstellungseröffnung am Freitagabend in den Räumen der Sparkasse Aurich-Norden ein großes und emotionsgeladenes Wiedersehen. Freunde und Weggefährten, darunter auch ihre ehemaligen Lehrer Ingo Kerkau und Hildegard Schreiber, kamen und fanden nur lobende Worte für die großformatigen Acrylbilder.
'Mir persönlich gefallen die abstrakten Bilder sehr gut', erklärte Ingo Kerkau bei einem Rundgang durch das Obergeschoss des markanten Gebäudes. 'Dagmar hat sich kaum verändert', stellte wiederum Hildegard Schreiber fest.
Dass die Bilder noch bis Ostern geschmackvoll platziert im Flurbereich des Obergeschosses des Sparkassengebäudes ausgestellt sind, ist wohl einer zufälligen Begegnung zu verdanken. 'Im letzten Sommer habe ich beim Joggen ein nicht ganz unbekanntes Gesicht getroffen. Das war Dagmar Aden. Wir kamen ins Gespräch und redeten auch über ihre Kunst', erzählte Regionalleiter und Hausherr Gerd Martens in seiner Laudatio. Er kenne die Künstlerin aus früheren Tagen bei der Turngemeinschaft Wiesmoor. Dort leitete Dagmar Aden die erste Herzsportgruppe.
Ihre damalige Eigenständigkeit, neue Dinge mutig anzufassen, führte sie nach einer Ausbildung in der Verwaltung und einem darauffolgenden Studium dahingehend fort, als Künstlerin zu arbeiten. 'Sie blätterte in einer Architekturzeitung und meinte bei dem Anblick der abgebildeten Wandgemälde: ‚Das kann man doch besser machen‘ – was sie dann auch machte', gab Markus Zöbelein vom Kunst- und Kulturkreis Wiesmoor bei seiner Einführung zu verstehen. Er persönlich freue sich um so mehr, dass es endlich wieder eine Kunstausstellung in der Blumenstadt zu sehen gibt, und dann auch noch mit einer 'waschechten Wiesmoorerin'.
Und die liebt warme Farben. Vor allem Rottöne haben es der sympathischen Künstlerin angetan. Ihre abstrakten Bilder, die oft einer Farbexplosion gleichen, haben dennoch eine Aussage und können durchaus als harmonisch bezeichnet werden. Hinzu kommen Materialien wie Sand. 'Der Begriff Sand drückt eigentlich viel zu wenig aus. Es ist ein faszinierendes Material', berichtete Dagmar Aden, die die verschiedenen Sande aus fernen Ländern in ihren einzigartigen Werken verarbeitet.
Ohnehin ist Aden keine typische Künstlerin wie aus dem Lehrbuch. 'Ich lebe sehr klar und interessiere mich für Design und Architektur. Sie geben mir oft meine Inspirationen', erzählte sie. Und wenn diese Vorstellungen einmal in ihrem Kopf sind, dann wisse sie auch relativ präzise, wie das fertige Kunstwerk später aussehen wird, wenngleich der Weg dahin immer ein offener Prozess ist. 'Ich mag keine Auftragsarbeiten und kann mich auch nicht einfach hinsetzen und loslegen. Das wäre Zwang. Es reift von ganz alleine in meinem Kopf.' Mit ihrer Außenwelt schließt sie dann komplett ab. So auch bei einem Gemälde aus echtem und hochempfindlichen Blattgold, was im Treppenaufgang der Sparkasse ausgestellt ist.
