Wiesmoor - „Der Schnitt ist diesmal schon etwas größer als in den vergangenen Jahren“, sagte der Ratsvorsitzende Jens-Peter Grohn bei einer kleinen Feierstunde. Es sei aber gut, dass jetzt Jüngere nachrücken. In seiner Dankesrede betonte Bürgermeister Friedrich Völler, dass die im Rat zu behandelnden Themen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten deutlich komplexer geworden sind, die Beschäftigung mit Sachverhalten und die Vorbereitung auf die Abstimmung stelle sich aufwendiger dar, als in früheren Zeiten. „Demokratie lebt von Beteiligung. Politische Teilhabe ist die Grundlage der Gesellschaft, und es ist gerade in kommunaler Selbstverwaltung entscheidend, dass Bürgerinnen und Bürger sich einbringen.“
„Dieses ehrenamtliche Engagement neben dem Beruf zu leisten, ist keine leichte Aufgabe“, bescheinigte Völler den Anwesenden auch aus eigener Erfahrung. Er dankte den ausscheidenden Ratsmitgliedern für ihren Einsatz, überreichte ihnen Blumensträuße sowie einem Teil von ihnen die Wiesmoorer Ehrenmünze, wenn sie denn einen längeren Mitwirkungszeitraum vorweisen konnten. Manche Ratsleute hatten 35 Jahre mitgearbeitet.
Damit verjüngt sich der Wiesmoorer Stadtrat mit Beginn der neuen Legislaturperiode im November. Allen voran steht der Wechsel auf dem Stuhl des Bürgermeisters. Friedrich Völler (60, SPD) hatte auf eine weitere Kandidatur verzichtet, er übergibt sein Amt an den mit hohem Zuspruch im ersten Wahlgang gewählten Sven Lübbers (37, parteilos). Die verabschiedeten Ratsmitglieder sind: Marion Fick-Tiggers (ÖDP, jetzt FBW, 2016 bis 2021 im Rat), Talene Nissen (CDU, von 2019 bis 2021), Johann Saathoff (SPD, 2016 bis 2021), Heiner Eisenhauer (SPD, 2014 bis 2021), Wolfgang Goes (SPD, 2006 bis 2011 sowie 2016 bis 2021), Christian Buß (SPD, 2011 bis 2021), Wolfgang Sievers (WfW, 2006 bis 2021), Heinz Saathoff (1991 bis 1996 sowie 1998 bis 2021).
Abschied nehmen hieß es außerdem für Politiker, die besonders lange dem Stadtparlament angehört haben. Sozialdemokrat Alfred Meyer saß 1986 bis 2001 und dann noch einmal 2014 bis 2021 in diesem Gremium und wirkte von 2001 bis 2014 als erster „eingleisiger“ Bürgermeister, also Verwaltungschef und städtischer Repräsentant in einer Person.
Friedrich Völler (SPD), der wie Meyer 1986 seine Tätigkeit im Rat aufgenommen hatte, würdigte insbesondere aber auch Karl-Dieter Jelken für dessen 35-jährige Arbeit im Gremium, davon sieben Jahre als SPD-Fraktionsvorsitzender und jahrelanger Vorsitzender des Wegeausschusses. Er wirkte 1986 bis 2021 im Stadtrat. „Das ist schon aller Ehren wert. Auch mit Karl-Dieter Jelken verlässt uns ein Urgestein. Einer, der sich immer mit Herzblut eingebracht hat. Von seinen Kenntnissen im Tiefbau haben die Stadt und der Rat enorm profitiert“, sagte Völler in seiner Laudatio.
